Dienstag, 09 Juni 2026
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Definition: Taxonomie

Teilgebiet der Biologie, das sich mit dem Beschreiben, Bennen und Ordnen der Organismen oder Organismengruppen nach ihren natürlichen, durch die Stammesgeschichte bedingten Beziehungen beschäftigt, d.h. die moderne Taxonomie erforscht vorwiegend die Verwandtschaftsverhältnisse der Lebewesen. Sie liefert gleichzeitig eine klassifikatorische Einteilung der Organismen, die der praktischen Notwendigkeit, die ungeheure Formenfülle der organismenwelt zu ordnen, gerecht wird."(Brockhaus Biologie)

 

Literatur: 

Schosser, Dr. H. P.: Was ist eine Art?, INTERNOTO 1981/3 Brockhaus Biologie, Leipzig 1986Foto Henßen

Die modernen phylogenetischen Systeme beruhen auf der Abstammungslehre und sind ständig Veränderungen und Verbesserungen unterworfen, die sich auf neue Forschungsergebnisse gründen.

Was ist eine ART?

Eine Art ist die Gesamtheit aller in den wesentlichen Merkmale übereinstimmender, untereinander kreuzbarer und auf ein definiertes Areal beschränkter Individuen und somit für Pflanzen und Tiere mit geschlechtlicher Fortpflanzung eine durch objektive Kriterien festgelegte Kategorie ist. Damit ist die genetisch festgelegte Summe aller Merkmale gemeint, der Genotyp.
Im Gegensatz dazu steht das äußere Erscheinungsbild der Pflanzen, der Phänotyp, denn dieses ist abhängig von den in der Umwelt herrschenden Bedingungen.
Die genaue Kenntnis des Genotyps zu erlangen ist eine sehr aufwändige und kostspielige Arbeit, die nur für Kulturpflanzen gerechtfertigt erscheint.
Wir müssen deswegen vom Phänotyp auf den Genotyp zurückschließen. Dabei müssen die Umweltbedingungen berücksichtigt werden, das sind: Bodenbeschaffung, Klima und Höhenlage.

Was ist eine Varietät / Form?Foto Henßen

Bleibt der Unterschied zwischen dem Phänotyp zweier Populationen einer Art auch in Kultur unter gleichen Bedingungen erhalten, zeigt sich das getrennte Bild auch bei getrennten Nachzuchten liegt eine Form oder Varietät vor.


Beispiel: Notocactus herteri var. roseoluteus

Bei der Varietät tritt die Änderung einzelner Erbanlagen auf. Der Phaenotyp zweier Populationen einer Art muss sich in einer oder mehreren wesentlichen Eigenschaften unterscheiden.

Dagegen ist es bei der Form nur die Änderung der Dominanz einzelner Erbanlagen. So ist eine Form das Erkennen eines Unterschiedes im Aussehen zwischen den Individuen zweier Populationen, wobei dieser Unterschied bei gleichen Kulturbedingungen bestehen bleibt.

Beispiel: Notocactus herteri fa. pseudoherteriFoto NGerloff

 

 

Gattung Acanthocephala ("Brasilicactus")
„Bildet kurzröhrige, kleine Blüten mit bestacheltem Ovarium und Frucht. Sie haben nichts mit Notocactus zu tun.“ (Aus: Backeberg 1938).
Gattung Brasiliparodia
"Der Körper ist kugelförmig und weicher wie bei Notocactus. Die Rippen sind sehr zahlreich, wenige Millimeter hoch und kaum eingekerbt. Die Höcker sind rund und Mamillen ähnlich. Die Dornen sind zahlreich, nadelförmig und stechend. Der Mitteldorn ist dunkler und meist stark hakenförmig." (Aus: Ritter 1979)
Gattung Eriocephala ("Eriocactus")
"Während Notocactus in meinem Sinne keinen Wollscheitel bildet, roten Griffel und schlaffe, bei der Reife größtenteils hohl werdende und in die Länge wachsende Früchte hat, zeigt Eriocephala eine volle Beere, einen Wollscheitel, große flattrige Blüten und gelben Griffel bzw. Narben". (Aus: Backeberg 1938)
Gattung Wigginsia ("Malacocarpus")
„Als Salm-Dyck das Genus Malacocarpus aufstellte, bezog er darin nur Pflanzen aus der Formengruppe seines Typus ein, d.h. mit fast zentralständigen, kurzen Blüten; Griffel bzw. Narben rot; Röhre stark bewollt; Ovarium beschuppt, wollig und beborstet; Früchte weich und beerenartig; bei der Reife ± aus dem stets vorhandenen, im Alter zunehmenden Wollscheitel hervortretend. Die Pflanzen sind breitrund, kugelig oder in zwei Fällen auch stärker länglich; gewöhnlich wachsen sie einzeln.“ (Aus: Backeberg 1959)

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