Home Kultur & Systematik Blüte der Notokakteen Blütenachse und Entwicklung der Blütenorgane
Blütenachse und Entwicklung der Blütenorgane

Literatur:

Krainz, Hans Hrsg.: Die Kakteen
Buxbaum, Franz :Morphoöogie der Kakteen, Teil 2: Blüte 

Blütenachse und Entwicklung der Blütenorgane:

Bei den Cactaceaen ist die Blütenachse eine Verbreiterung des Blütenstiels, die in der Mitte eine kegelförmige Vorwölbung trägt, an welcher die Fruchtblätter aufsitzen. Dicht unterhalb dieser Erhebung liegt ein rings verlaufender Saum, der den inneren Staubblattkreis trägt, so dass diese "am Grunde verwachsen" erscheinen. Dieser, die Primärstaubblätter tragende Achsensaum ist von besonderer Bedeutung in der Morphologie der Kakteenblüte, da er in verschiedener Abwandlung auch bei vielen Kakteenblüten auftritt. Bei vielen Arten ist noch ein zweiter Staubblattkreis angelegt. Dieser entsteht aber sekundär infolge Erweiterung des Zwischenraumes zwischen dem, die Primärstaubblätter tragenden Achsensaum und der Blütenhülle. Diese Sekundärstaubblätter sind aber nicht untereinander verbunden.
Die Blütenhülle ist "einfach", d. h. es sind nur Sepalen ausgebildet, wenn auch petaloid gefärbt. Stammesgeschichtlich müssen die Sepalen als auf die Blütenachse gerückte Blattorgane, also als aneinander gerückte Hochblätter angesprochen werden. Dies ist darum sehr wichtig, weil durch Einbeziehung weiterer Internodien (blattlose Teile der Sprossachse = Stengelglieder) in die Bildung der Blütenachse auch die Zahl der Blattorgane der Blütenhülle vermehrt wird und weiteres, weil eben dieser Umstand das Auftreten von Axillarknospen in der Kakteenblüte - der Areolen - erklärt.
In der Entwicklung der Kakteenblüte ist nun charakteristisch, dass die scheibenartige Verbreiterung der Blütenachse, die unterhalb des Saumes mit den Primärstaubblättern die Sepalen trägt, zu einer Röhre (Receptaculum) auswächst, und dabei die schon in die Blüte einbezogene weiteren Internodien, in die Receptaculumbildung mit einbezogen werden. Erst in der höchsten Entwicklungsstufe erfolgt wieder eine Reduktion.
Wir bezeichnen nur mehr die "Röhre", also den über dem Fruchtknoten liegenden freien Teil als Receptaculum, jenen Teil, der den Fruchtknoten einhüllt nennen wir "Pericarpell". Bei den höheren Kakteen hat sich das Receptaculum zu einer mehr oder weniger zahlreichen Schuppenblätter tragenden "Röhre" verlängert. Dadurch ist auch die Zahl der Staubblätter sehr vergrößert.
Von unten nach oben entwickeln sich auch die Samenanlagen im Fruchtknoten . Durch das gemeinsame Heranwachsen der Fruchtblätter und dem Pericarpell sind die Samenanlagen auf die Wände der Samenhöhle verlagert. Hier konnten sich die Plazenten (d.h. das die Samenanlagen ausgliedernde Gewebe) verlängern und weitere Samenanlagen ausgliedern.