Literatur:
Gerloff & Neduchal & Stuchlik, Notokakteen Kveten-Verlag 1995
Betrachtung der Blüten bei den verschiedenen Untergruppen
UG Notocactus - Typ Notocactus schumannianus
Im Scheitel stehend, 4-7 cm Ø, breit-glockig , dicht mit grannenartigen Borsten und braunen Haaren bedeckt, die aus den Achseln der zahlreichen lang-geschwänzten und in Grannen auslaufenden Schuppen der ganzen Blüte entspringen. Die relativ kurze Röhre öffnet sich über dem Fruchtknoten ohne Übergang breitglockig, die Wand des Fruchtknotens und der Röhre sind auffallend dick, ohne Chlorophyll, dabei in dicke, meist hell- bis rotbraune, manchmal auch grauliche Watte (wie die Knospen) gehüllt. Auch die Schuppen, dicht angeord- net sind ohne Chlorophyll. Die Granne ist dunkel und dürr. Die Blütenröhre verengt sich innen, über die Fruchthöhle gegen den Griffel bis auf eine kleine Nektarrinne, so dass eine Stufe entsteht. Die primären Staubblätter entspringen dieser Stufe und umschließen die Nektarrinne eng, die sekundären Staubblätter entspringen bis zum glockigen Teil der Blüte. Die Staubblätter sind nicht reizbar, von schwefelgelber bis gelber Farbe. Kronblätter in verschiedenen Gelbtönen, glänzend. Griffel ist weißlich- bis hellgelb. Narbenblätter 10-14, stets gelb, die Staubbeutel überragend.
UG Gymnocephalus - Typ Notocactus ottonis
Die Blüten sind eng- bis weittrichterförmig, in einigen Fällen auch glockig. Die erweiterter Blütenröhre ist wie auch der Fruchtknoten, meist dicht mit Schuppen besetzt. Die Areolen in den Schuppenachseln tragen meist reiche Wolle, sind aber auch fast ganz ohne Wollbehaarung. Außerdem sind grannenartige Dornen vorhanden, oder nur die Dornen der obersten Areolen sind grannenartig, die unteren jedoch stechend steif. Die beiden Staubblattgruppen sind teils aus der Stellung der Staubfäden, teils aus der Innervierung erkennbar. Wobei die innere rund um den Griffel im Blütenboden inseriert ist (primäre Staubblätter). Sie umschließen eine Vertiefung, an deren Grunde sich die Nektardrüsen befinden (Nektarium). Die zweite, äußere Gruppe ist an der Wand der Blütenröhre inseriert (sekundäre Staubblätter).
 Eine Abweichung von diesem Typ zeigen die Blüten der Gruppe um Notocactus concinnus, die über dem etwas verlängertem Pericarpell eine mehr oder weniger deutliche Einschnürung besitzen (Typ 3).
Aber auch hier kann neben der typisch trichterförmigen Blütenform (Typ 1) ein zweiter Blütentyp beobachtet werden (Typ 2), wie die Beschreibung des N. carambeiensis durch Buining zeigt. Diese Blüten besitzen eine breit becherförmige bis glockige Blütenröhre.
UG Neonotocactus - Typ Notocactus mammulosus
Die Blüten sind bereits in der Seitenansicht, trotz der starken Wollbildung, auffallend breit. Die Blütenröhre erweitert sich unmittelbar über dem Fruchtknoten breit schüsselförmig oder mindestens breit trichterig . An der Umbiegestelle stehen die Staubblätter steil, nur aus der Blütenröhre entspringend, zuerst griffelwärts, dann auswärts gebogen. Die tangential entspringende s. g. zweite Staubblattgruppe fehlt. Die Basen der innersten Blütenhüllblätter sind mit der Blütenröhrenwand bis zur Umbiegung der Blütenröhre dicht oberhalb des Fruchtknotens verwachsen. Die Pflanzen sind - bis auf wenige Ausnahmen - selbststeril. Die Blüten öffnen erst ca. 2 Stunden nach dem Höchststand der Sonne und schließen erst spät nachmittags wieder.
Aber auch hier findet man Arten, die eine Zwischenstellung zwischen den trichterförmigen und den glockenförmigen Blüten einnehmen. Bei Notocactus mueller-melchersii (Typ 5) zeigt sich eine etwas abweichende Blütenform; die Blüte ähnelt mehr dem trichterförmigen Typ, besitzt aber nur eine Staubblattgruppe. Der etwas verbreiterte Blütenboden und eine Ausbuchtung der Blütenröhre im oberen Teil weisen jedoch auf die Zugehörigkeit zur Untergattung Neonotocactus hin.

Andere Arten wie N. roseoluteus, N. schlosseri und N. buiningii, besitzen ein deutlich glockenförmiges Receptaculum, jedoch zwei Staubblatt gruppen und ein Nektarium (Typ 6).
UG Brasilicactus - Typ Notocactus graessneri 
Die nur für die Untergattung Brasilicactus typischen, den anderen verwandten UG sehr fern stehenden, kleinen (um 2 cm), grünlichen, gelben, orangen- bis dunkelroten Blüten entspringen in großer Zahl der Scheitelregion. Sie sind individuell sehr variabel; die Blütenröhre ist sehr kurz, über den Fruchtknoten kurz trichterig-glockig erweitert bis schmal trichterförmig. Der Fruchtknoten überragt weit das Rezeptaculum, die Wandung ist dick, die Schuppen sind klein, die Wolle in den Schuppenachseln ist relativ kurz und sehr fein, grünlich, wodurch die zahlreiche steifborstige abstehende Bedornung stark auffällt. Fruchtknoten ist außen von der Röhre nicht abgesetzt. Die Röhre ist tubisch, nur am Ausgang scharf nach außen gebogen. Die Ansatzfläche der Samenstränge, die meist ausbrechen oder sonst verschrumpeln, sind verschmälert und zurückentwickelt. Die Staubblätter stehen alle aufrecht, dicht nur um den weißlich-grünen bis gelblichen Griffel inseriert, sind sind ebenfalls weißlich-grün oder gelblich. Die Staubblätter umschließen ein Nektarium. Die gelben Staubbeutel liegen nahezu in der Nähe der Narbe, dicht beisammen durch die inneren Kronblätter zusammen gehalten. Staubblätter sind nicht reizbar. Befruchtungsverhältnisse nicht einheitlich. Der Griffel hat eine kurze, nicht weit gespreizte Narbe, Narbenblätter 7-8, weiß-grün bis weißlich-gelb oder gelb. Kronblätter von innen nach außen an Größe zunehmend, außen dann bis doppelter Länge. Die inneren Kronblätter stehen aufrecht oder sind etwas nach innen geneigt.
UG Notobrasilia - Typ Notocactus
Um den vertieften Scheitel entspringend, Röhrebecher- oder trichterförmig . Blüten mittelgroß bis ziemlich klein (max. 2-4,5 cm), innen gelb bis goldgelb, außen mit mehr grünlicher Färbung, öfter mit rotgehauchtem Mittelstreifen an den Kronblättern. Die Wandung ist dick, der Übergang vom Fruchtknoten in Röhre ist von außen nicht erkennbar. Staubblätter umschließen im breiten Kranz die Nektarrinne , die sehr klein und mit sehr wenig Nektar ausgestattet ist. Blütezeit wesentlich früher als bei verwandten UG, im zeitlichen Frühjahr. Vormittagsblüher. Blüten öffnen morgens für mehrere Tage, mit der Zeit öffnen die Blüten in der Kultur auch nachmittags. Blüten von N. brevihamatus duftend. Knospenbildung: Bei den Notobrasilien erscheint im ersten Stadium der Knospenentwicklung eine kleine, meistens gelblich gefärbte Knospenspitze in der Areole . Diese ist völlig nackt, ohne Behaarung / Wolle. Erst später (nach 3-4 Wochen) entwickelt sich nach und nach Wolle, von weißer bis dunkelbrauner oder graubrauner Farbe. Fruchtknoten etwas breiter als lang, grün. Schuppen zahlreicher als bei verwandten UGen, sehr klein, spitz, meist etwas grannenartig endend. In den Achseln stärkere Wollbüschel und einige feine aber stechende Borsten. Staubfäden weißlich-gelb bis gelb, dünn; Insertion, auf der ganzen Röhre, dicht. Beutel gelb, kle in, sehr unterschiedlich hoch stehend. Griffel gelb, mit meist sehr kurzen gelben Narbenlappen (6-13), welche die Beutel überragen und öfters in Paaren zusammenhängen bleiben oder sich nicht öffnen. Kronblätter umgekehrt lanzettlich bis linear, unten nur etwas verschmälert, oben gerundet bis zugespitzt, mäßig groß, Innenseite immer gelb, außen manchmal grünlich - im Jugendstadium; bei reifer Knospe meistens grünlich - mit rotem Hauch.Befruchtungsverhältnisse nicht einheitlich, variieren auch innerhalb einzelner Arten.
UG Malacocarpus - Typ Notocactus erinaceus
Die Blüten entwickeln sich aus dem Scheitel, dicht gedrängt in großer Zahl, durch den Areolenfilz geschützt und in ihm versenkt; ziemlich einheitlich bei allen Arten der UG, variierend durch Standort-/ Pflegebedingungen; Größe 2-3 cm, seltener bis 5 cm Ø und Länge; schlank mit dünner Wandung, meistens überragen nur die Kronblätter die Areolenwolle; außen ebenfalls mit sehr langem, weißem weißlich-gelben bis bräunlichem Filz bedeckt, trichterförmig, über den Pericapell etwas glockig erweitert, die Schuppen des verborgenen Pericapells sind stark reduziert; an der Röhre wenige Grannendornen; der Innenbau ist den verwandten UG ähnlich; Fruchtknoten borstenlos aber lang befilzt, sehr kurz; Röhre über der Nektarkammer trichterförmig, außen blass mit kleinen meist grünen wenigen Schuppen, oben mit einigen wenigen Haarborsten, innen nach unten immer rot, zu den Enden gelb, sehr kurz. Staubfäden haben die Farbe des jeweiligen Blütenteils, Insertion bis oder fast bis zum Blütensaum, im breiten Kreis die enge Nektarrinne umschließend. Necktarkammer immer rot. Kronblätter in großer Zahl, dicht, quasi mehrere Reihen bildend, von zitronengelber bis goldgelber Farbe, seltener weißgelb, matt glänzend. Griffel gelb mit orangenroten, roten oder ziegel-roten Narben; Narbenlappen um 8, nicht immer voll ausgebreitet. Blütezeit vom Frühsommer bis in den Herbst hinein. Blüten öffnen sich am Vormittag und halten sich mehrere Tage offen. Staubblätter meistens reizbar. Befruchtungsverhältnisse bei den großen Wiesenbewohnern selbstfertil, bei den kleineren und auf kargen Felsbereichen wachsenden Pflanzen dann meistens selbststeril.
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