Innerer Aufbau des Samens
Samen bedeutet, ein aus einer Samenanlage (Blüte) entstandenes Verbreitungsorgan höherer Pflanzen, der aus einem vorübergehend ruhenden Embryo (Keimling) besteht, von einer Testa (Samenschale) umschlossen ist und meist noch ein besonderes Endosperm (Nährgewebe) enthält. Der Embryo lässt bereits sehr früh die Anlagen der drei Grundorgane erkennen. Er besteht aus der Radikula (Keimwurzel), der Hypokotyl (Keimachse) und den Kotyledonen (Keimblättern). Diese umschließen in der Regel die Plumula (Keim- oder Stammknospe) des Embryos, aus der der spätere Spross hervor geht. Gymnospermae besitzen als Nährgewebe ein Perisperm, das bei Cactaceen nur noch als ein rudimentärer Rest vorhanden ist.

Bei den Cactoiden beobachtet man als Entwicklungstendenz eine Übernahme der Nähstoffeinlagerung von den Kotyledonen zum Hypocotyl unter gleichzeitiger Reduktion der Keimblätter. Bei kugelförmigen Gattungen (z. B. Notocactus) hat das Hypocotyl die Speicherfunktion übernommen. Der fleischige Embryo ist fast kugelförmig, die Kotyledonen(Keimblätter) sind bis auf kleine Höcker reduziert; ein Perisperm (Nährgewebe)ist selten nachweisbar. In der Oberhautschicht werden oftmals chemische Einlagerungen, das Kutin, festgestellt, dann spricht man von einer Kutikula (oder Kutikularschicht). Durch die Kutikula erhöht die Pflanze einen ähnlichen Schutz wie ihn der Kork gewährt.
Ausbildung des Hilum-Micropylar-Bereiches
Auf der Samenschale zeichnet sich das Hilum (Nabel) deutlich ab, der
die Stelle kennzeichnet, an der sich der Samen vom Funiculus (Nabelstrang) löst. Oft ist auch noch die Micropyle (Keimmund) d. h. der Zugang zur Samenanlage, durch den der Pollenschlauch eindringt, erkennbar. Das Hilum und die Micropyle bilden oft eine Einheit, die im folgenden als " Hilum-Micropylar-Bereich" bezeichnet wird.
Die Lage des Hilum-Micropylar-Bereichs ist bei allen Cactaceae einheitlich, seine Ausbildung dagegen lässt sich unterscheiden. a) Hilum und Micropyle durch einen schmalen Steg sklerifizierter Testazellen getrennt ( z. B. bei Pereskia, Echinocactus). b) Hilum und Micropyle durch eine nicht -sklerifizierte Testa-Region zum Hilum-Micropylar-Bereich vereinigt, dessen dünnwandige Zellen kaum strukturiert sind. Das Hilum ist manchmal als Grube oder als Kegel ausgebildet.
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