| Klimabedingungen der Notokakteen |
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Autor: Mark Faint ( www.mfaint.demon.co.uk ), bearbeitet von Horst-H. Henßen Übersetzung: Dieter Reichl Variation der Regenmenge und der Temperatur im JahresverlaufEin Haupteinfluss auf das Wachstum ist die Änderungen der Regenmenge und der Temperatur im Jahresverlauf, deren Verläufe für verschiedene Standorte von Notokakteen in den folgenden Graphiken dargestellt sind. Sie geben einen Hinweis darauf, warum einige Pflanzen gegenüber den anderen eine etwas andere Behandlung verlangen. Es ist aber nur eine kleine Anzahl an Graphen aus dem Hauptverbreitungsgebiet von Notocactus eingefügt. Das Studium der Graphen ist dabei nicht essentiell, diese wurden nur als Referenzmaterial eingefügt. Sie können auch einfach übersprungen werden. Alle Graphen enthalten die durchschnittliche monatliche Regenmenge als blaue Säulen, die Sonnenscheindauer in Stunden und pro Tag mit dem Sonnensymbol und Temperaturkurve (in rot). Achtung: die Temperaturen sind lediglich monatliche Durchschnittswerte und geben kein exaktes Abbild. Im Sommer kann die Temperatur zeitweise 36°C erreichen, während sie im Winter auf -10°C fallen kann. Dabei können die Pflanzen kurzzeitig mit Schnee bedeckt sein. Da die Standorte auf der südlichen Hemisphäre liegen, sind die Wintermonate Juni bis August. Dann sind auch die tiefsten Temperaturen zu erwarten. Anmerkung: Die abgebildeten Daten dieser Graphen können auf der Webseite von GEO-Reisecommunity gefunden werden. Dort können Sie noch weitreichendere Informationen erhalten, außerdem ist eine Karte integriert, in der der Standort dargestellt ist.
Curitiba, Parana, Brazil. 25.43°S, 49.20°W, 949m, jährlicher Regen 1415 mm, Durchschnittstemperatur 16,5°C.
![]() ![]() Curitiba ist der nördlichste Punkt des Verbreitungsgebietes der Notokakteen. Hier können wir verschiedene Pflanzen der Gruppe um N. ottonis, wie carambeiensis und deren Varietät vila-velhensis sowie Formen von N. linkii finden. Porto Alegre , Rio Grande do Sul, Brazil. 30.02°S, 51.20°W, 47m, jährlicher Regen 1333 mm, Durchschnittstemperatur 19,4°C. In Porto Alegre und dem Gebiet nördlich davon finden wir alle Arten der Untergattungen Brasilicactus , z.B. graessneri und haselbergii, Brasilparodia z.B. rechensis, alacriportanus, brevihamatus u.a., einige Eriokakteen z.B. leninghausii und warasii sowie unterschiedliche Arten um ottonis. Alle Arten von Brasiliparodia können beinahe immer im Moos und in Flechten gefunden werden. Dagegen wächst Brasilicactus in feuchten Felsspalten.
Der Temperaturverlauf ist nahezu identisch zum vorhergehenden Bild und zu den meisten, die noch folgen. Im Winter kann die Temperatur auf -10°C absinken und die Pflanzen können mit Schnee bedeckt sein! Aber sobald die Sonne wieder herauskommt steigt die Temperatur an und der Schnee schmilzt weg. Interessanterweise fällt die höchste Regenmenge im Winter. Die beiden Gattungen Brasilicactus und Brasiliparodia aus diesem Gebiet besitzen deshalb sehr spezifische Wachstumsbedingungen. Alegrete, Rio Grande do Sul, Brazil. 29.68°S, 55.50°W, 92m, jährlicher Regen 1656 mm, Durchschnittstemperatur 19,0°C.
Im Gebiet um Alegrete können wir Arten der Untergattung Malacocarpus, Gymnocephalus und Notocactus z.B. Formen von ottonis und zugehörige Taxa, Neonotocactus z.B. Formen von mammulosus u.a. sowie Notocactus magnificus finden.
Die Temperaturkurve unterscheidet sich wieder nicht von der vorherigen. Die Regenmenge ist ebenfalls hoch, aber mit einer deutlichen Verringerung in den kühleren Wintermonaten. Rivera , Uruguay. 30.88°S, 55.50°W, 242m, jährlicher Regen 1622 mm, Durchschnittstemperatur 18°C.
Rivera liegt in der Nähe der Grenze zwischen Rio Grande do Sul und Uruguay in den Bergen der Cuchilla Negra. Hier finden wir Arten der Untergattung Malacocarpus z.B. sellowii, Neonotocactus z.B. orthocanthus, Formen von mammulosus und mueller-melchersii und Notocactus z.B. herteri , minimus und Formen von ottonis.
Die Temperaturkurve unterscheidet sich nicht von den vorherigen. Bemerkenswert ist jedoch eine leichte Verringerung der Regenmenge in der kältesten Periode, die aber trotzdem noch relativ hoch ist. Mit dem Steigen der Temperatur ist dann ein starkes Ansteigen der Regenmenge verbunden. Ebenso ein kleiner, aber erkennbarer, Anstieg beim Fallen der Temperatur. Paysandu, Uruguay. 32.33°S, 58.00°W, 61m, jährlicher Regen 1193 mm, Durchschnittstemperatur 17,9°C. Pasandu liegt an der Grenze zwischen Uruguay und dem argentinischen Staat Entre Rios nahe des Flusses Uruguay. Hier wachsen Arten der Untergattung Malacocarpus z.B. sellowii und Notocactus z.B. Formen von ottonis u.a.
Die Temperaturkurve ist praktisch dieselbe wie zuvor, allerdings ist die Min-Max Differenz etwas größer. Die Regenmenge entspricht etwa der von Rivera. Anstiege der Regenmenge befinden sich zu Beginn und am Ende der kühleren Jahreszeit. Während der kühleren Periode ist eine Verringerung der Regenmenge zu erkennen, von Trockenheit kann aber keine Rede sein. Weiterhin verringert sich die Regenmenge während der heißesten Monate. Treinta-Y-Tres, Uruguay. 33.22°S, 54.30°W, 46m, jährlicher Regen 1259 mm, Durchschnittstemperatur 16,9°C.
Treinta-Y-Tres liegt im zentralen östlichen Teil von Uruguay. Hier wachsen Arten der Untergattungen Malacocarpus z.B. sellowii, turbiniatus und pseudopulvinatus , Notocactus z.B. Formen von ottonis und scopa var. marchesii, Neonotocactus z.B. mammulosus .
Wiederum dieselbe Temperaturkurve. Allerdings ist die Kurve für die Regenmenge genau spiegelbildlich der vorhergehenden Orte in Uruguay. Hier sind die feuchtesten Perioden gleichzeitig auch die wärmsten und es gibt keinen Anstieg der Regenmenge in den kältesten Monaten. Punta Del Este, Maldonado, Uruguay. 34.97°S, 54.90°W, 16m, jährlicher Regen 1037 mm, Durchschnittstemperatur 16,5°C.
Punta del Este liegt im Staat Maldonado an der Atlantikküste. Hier wachsen Arten der Untergattungen Malacocarpus z.B. neoarechavaletae und erinaceus und Notocactus z.B. scopa, tabularis , concinnus .
Aufgrund der Nähe zum Atlantik sind die Temperaturmaxima nicht so hoch wie an den anderen Standorten und die kühle Periode ist länger. Die Regenmenge ist während der kalten Periode am höchsten. Ein weiterer Anstieg ist bei steigender Temperatur zu erkennen. Vilarrica, Paraguay. 25.75°S, 56.40°W, 189m, jährlicher Regen 1575 mm, Durchschnittstemperatur 22,1°C.
In Vilarica in Paraguay finden wir unterschiedliche ottonis var. paraguayensis und Arten der Untergattung Eriocactus z.B. ampliocostatus und grossei var. aureispinus.
Die Temperaturdifferenzen hier sind deutlich höher. Die Regenmenge ist von Juni bis September am höchsten und während des Herbstes am niedrigsten.
Cordoba, Argentina. 31.40°S, 64.20°W, 425m, jährlicher Regen 718 mm, Durchschnittstemperatur 17,3°C.
Cordoba liegt in der Sierra de Cordoba, Argentinien. Dies ist das westliche Ende des Verbreitungsgebietes von Notocactus. Wir finden hier nur Varianten von Malacocarpus sessiliflorus und Notocactus submammulosus . ZusammenfassungTemperatur - Die Temperaturprofile dieser Standorte sind sehr ähnlich, wenn nicht identisch, und die Durchschnittstemperaturen sind im Vergleich zu denen in Nordeuropa hoch. Die Temperaturen im Sommer sind zwar höher als die normalen Außentemperaturen hier, aber nicht so hoch wie im Gewächshaus, und die Winter sind viel wärmer als die Winter hier. Regen - Die Regenmenge ist extrem unterschiedlich, nicht nur zwischen einzelnen Orten, sondern auch am selben Ort über das Jahr hinweg. Und mit der Ausnahme der Standorte in Argentinien sind die Regenmengen im Winter immer höher als in Mitteleuropa. Es gibt aber auch Orte, die sich in ihren Bedingungen deutlich von den anderen unterscheiden. Am auffälligsten sind dies die höher gelegenen Orte im nördlichen Verbreitungsgebiet von Notocactus , z.B. Porto Alegre . Hier liegt das gesamte Verbreitungsgebiet der Untergattungen Brasilicactus und Brasilparodia . Bedenken wir den großen Verbreitungsbereich der Gattung Notocactus , muß es einen "Unterschied" in den Anforderungen der beiden Untergattungen geben, da sie keine ähnlich große Verbreitung wie die anderen Untergattungen wie z.B. Malalocarpus haben. Anpassung der Kulturmaßnahmen an die Bedingungen am StandortDie bisherigen Informationen geben detaillierten Aufschluss über die Umweltbedingungen der Pflanzen am Standort. Wir müssen nun diese Bedingungen, so gut wir können, im Gewächshaus simulieren, um die bestmöglichen Bedingungen für unsere Pflanzen zu schaffen. Wenn sich unser Klima von dem am Standort unterscheidet, müssen einige Kulturbedingungen angepasst werden. Für die meisten von uns ist es unmöglich jeder Pflanze die optimalen Wachstumsbedingungen zu verschaffen, dies würde viel zuviel Zeit und Raum beanspruchen. Deshalb müssen wir die Pflanzen in solche Gruppen einteilen, die die gleichen oder zumindest ähnliche Bedingungen benötigen. |