Erstbeschreibung:

Koch, Christa (2003): INTERNOTO 2/2003

Beschreibung:

Körper: flach bis flachkugelig, im Alter kugelig, einzeln, Sprossung nicht beobachtet, Faserwurzeln; Scheitel leicht vertieft, ohne Dornen, mit wenig Wolle bedeckt, bis 15 cm Ø; Epidermis dunkel graugrün; Rippen 19 - max. 25 (22), gerade, 3 - 5 mm hoch, 6 - 7 mm breit, zwischen den Areolen leicht gehöckert; Höcker klein, bis 1 mm, kinnförmig. Notocactus vilanovaensis
Areolen: im Scheitel mit weißer Wolle, später kahl, 1 - 1,5 mm Ø. (Die Angaben gelten für eine Pflanze von 6 cm Ø.)
Dornen 10 - 12, radial angeordnet, anliegend, 5 - 6 mm lang, davon zunächst nur ein Mitteldorn zu unterscheiden, säbelartig nach unten gerichtet, 3 - 4 mm lang, rund, stechend. Bei blühreifen Pflanzen entwickeln sich bis zu 4 Mitteldornen, abstehend, gekrümmt, unterer Dorn bis 25 mm (max. 40 mm); Randdornen ebenfalls unregelmäßig verlängert bis 12 mm. Alle Dornen dünn, rund, graurosa, im Neutrieb rotbraun mit schwarzer Spitze.

Blüte: geschlossen bis 90 mm lang, geöffnet 90 - 110 mm Ø bei voller Anthese, glockenförmig. Pericapell 15 - 17 mm lang, 5 - 7 mm breit, voll hellgrünen Schuppen mit weißgrauer Wolle und braunen Borsten bedeckt. Receptaculum (Blütenboden) 8 - 10 mm lang und 18 - 20 mm breit. Äußere Seite des Receptaculums grün, mit weißlicher Wolle und braunen Borsten. Äußere Blütenblätter 10 - 60 mm lang und 5 - 6 mm breit, gespitzt, blassgelb mit kräftig rotem Mittelstreifen, innere Blütenblätter 65 - 70 mm lang und breit, lanzettförmig gespitzt, weißlich gelb mit rosa Spitzen. Stamina (Staubblätter) 11 - 20 mm lang, rund um den Griffel in einem 1,5 mm breiten Ring oberhalb einer 1 mm tiefen Nektarfurche inseriert, weißlich gelb, am Fuß etwas kräftiger gelb, Abstufung der Länge der Filamente (Staubfäden) von außen zum Griffel, dort am längsten. Antheren (Staubbeutel) bäumchenartig angeordnet, goldgelb. Blütenboden goldgelb, becherförmig; Griffel 35 mm lang und 2 - 3 mm dick, weiß-gelb mit tiefvioletter Narbe; Narbenäste 9 - 13, 3 mm lang, die Narbe steht 12 - 15 mm über den oberen Filamenten. Knospen in der Nähe des Scheitels mit weißgrauer Wolle und braunen Borsten, bis zur Öffnung der Blüte ziegelrot gefärbt.

Früchte: 18 - 21 mm lang, 14 - 16 mm breit, tonnenförmig, unreif hellgrün, reif olivgrün mit grau-weißer Wolle und braunen Borsten. Die Frucht wächst bei der Reife nicht aus, sie öffnet basal mit kreisrunder Öffnung, aus der die Samen entlassen werden. Innenlänge der Fruchtkammer 15,4 mm; Dicke der Fruchtwand 1,8 mm. In einer Frucht wurden mehr als 300 Korn gezählt. Die Pflanze ist selbstfertil.
Samen: helmförmig, 1,1 mm breit und 1,1 mm hoch, schwarz, matt. Hilum-Micropylar-Bereich gelblich-weiß, rund, Hilum flach kegelförmig vorgewölbt, Hilumrand leicht überstehend. Die Testawarzen bestehen aus runden Kegeln mit sternförmigen strahlendem Faltungsmuster der Cuticula wie bei der Gruppe der Mammulosi.Notocactus vilanovaensis

Typstandort: nordöstlich Vila Nova auf flachen Felsstufen zusammen mit Notocactus megapotamicus var. vulgatus F. Ritter, innerhalb von Grasflächen zwischen Getreidefeldern auf einem Areal von höchstens 30 - 40 m². In der weiteren Umgebung findet man Notocactus oxycostatus Buining & Brederoo, Notocactus ottonis Gf 168, Notocactus linkii Gf 685 und Frailea buenekeri fa. Gemmrich Prestlé, sowie Einzelpflanzen der Art. Aus gegenwärtiger Kenntnis handelt es sich um einen isolierten Standort in Rio Grande do Sul, Brasilien.
Bemerkung: Die Pflanzen werden mit etwa 4 cm Ø blühfähig. Sie bringen in dieser Größe nicht mehr als eine Blüte; bei Pflanzen mittlerer Größe erscheinen zwei Blüten, nur an älteren Pflanzen wurden noch mehr Blüten beobachtet. Durch die einzelnen großen Blüten mit den extrem hohen Narben über den längsten Staubfäden wird der charakteristische Eindruck dieser Pflanzen geprägt.
Blütezeit am Standort Mitte bis Ende Oktober. Die Blüten öffnen am Nachmittag (1530 - 1700 brasilianischer Sommerzeit) mehrere Tage lang. Am ersten Tag nicht länger als etwa 30 Minuten.
Der Originalplatz war 1998 fast zerstört, weil er von einem Farmer als Abstellplatz von Ackergeräten benutzt worden war. Einige Jahre später als Christa Koch und Wolfgang Gemmrich hat Norbert Gerloff in ca. 300 m Entfernung eine zweite etwas größere Population als Gf 830 finden können.


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