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Erstbeschreibung:

  • Acanthocephala BACKEBERG
    Backeberg, C. (1938): Cactaceae Lindley. – In: Blätter für Kakteenforschung. - 1938 (6)

„Bildet kurzröhrige, kleine Blüten mit bestacheltem Ovarium und Frucht. Sie haben nichts mit Notocactus zu tun.“ (Aus: Backeberg 1938)

Typus: Echinocactus graessneri K. SCHUMANN

Acanthocephala graessneri

Acanthocephala graessneri am Standort (Foto: Norbert Gerloff)

Verbreitungsgebiet der Gattung: Rio Grande do Sul bis über die Grenze zu Santa Catarina (Südostbrasilien) 

Obwohl der Gattungsname Acanthocephala von Backeberg 1938 korrekt veröffentlicht worden war, bekam er später Zweifel an dessen Gültigkeit – und nahm 1942 eine erneute Beschreibung der Gattung unter dem neuen Namen Brasilicactus vor. Diese „Doppelbenennung“ war nach den geltenden Nomenklaturregeln von Anfang an ungültig, trotzdem fand dieser Name bis heute in der Literatur und bei den Sammlern große Verbreitung.
Nyffeler (2017) geht aufgrund seiner phylogenetischen Untersuchungen davon aus, dass die Gattungen Acanthocephala und Brasiliparodia relativ nahe miteinander verwandt zu sein scheinen, sodass deren zukünftige Zusammenziehung sinnvoll sein könnte.

Ausführlichere Beschreibung:

Körperbau: Kugelige bis breitkugelige, selten im Alter verlängerte Pflanzen mit eingesenktem Scheitel; alte Pflanzen auch über 20 cm groß. Körper nicht hart. Epidermis blattgrün. Pflanzen nicht bzw. selten sprossend, mit sehr zahlreichen in kleinen Wärzchen geteilten Rippen und sehr dichter, feiner Bedornung. Der mit spärlicher Wolle bedeckte Scheitel neigt sich im Blühalter zur Hauptlichtseite, wesentlich mehr als es bei Pflanzen der der Fall ist ( je nach Lichteinfall bis zu 80 Grad). Faserwurzeln.

graessneri var stellatusRippen: Sehr niedrig und zahlreich, 30-60, also wesentlich mehr als bei den Arten der Gattung Parodia, mäßig gewunden, stärker in halbkugelige, sehr zahlreiche, fast konische, 3-4 mm hohe Wärzchen aufgelöst, auf welchen die fein-weißgelbfilzigen Areolen mit sehr dichter aber feiner Bedornung obenauf sitzen.

Areolen: Kreisrund, junge Areolen sehr stark gelblich-weiß, feinwollig; dichter als bei verwandten Untergattungen (mit Ausnahme der ) angeordnet, 3-7 mm entfernt, oben auf den Warzen sitzend.

Dornen: Sehr zahlreich, ca. 30-60 pro Areole, nadelförmig, ziemlich steif, bis um die 2 cm lang, durchscheinend weiß bis sattgelb in ganzer Länge, leicht zerbrechlich, verteilt über die ganze Areole, ohne ausgeprägte Mitteldornen, oder diese schwer erkennbar ( in der Anzahl um 6), bei alten Pflanzen zur Basis hin vergrauend.

Blüten: Die nur für die Gattung Acanthocephala typischen, den anderen verwandten Gattungen sehr fern stehenden, kleinen (um 2 cm), grünlichen, gelben, orangen- bis dunkelroten Blüten entspringen in großer Zahl der Scheitelregion. Sie sind individuell sehr variabel; die Blütenröhre ist sehr kurz, über den Fruchtknoten kurz trichterig-glockig erweitert bis schmal trichterförmig. Der Fruchtknoten überragt weit das Rezeptaculum. Die Wandung ist dick. Die Schuppen sind klein, die Wolle in den Schuppenachseln ist relativ kurz und sehr fein, grünlich, wodurch die zahlreiche steifborstige abstehende Bedornung stark auffällt. Der Fruchtknoten ist außen von der Röhre nicht abgesetzt. Die Röhre ist tubisch, nur am Ausgang scharf nach außen gebogen. Die Ansatzfläche der Samenstränge, die meist ausbricht oder sonst verschrumpelt, ist verschmälert und zurückentwickelt. Staubblätter stehen alle aufrecht, dicht nur um den weißlich-grünen bis gelblichen Griffel inseriert, sind ebenfalls weißlich-grün oder gelblich. Die Staubblätter umschließen ein Nektarium. Die gelben Staubbeutel liegen nahezu in der Nähe der Narbe, dicht beisammen durch die inneren Kronblätter zusammen gehalten. Staubblätter sind nicht reizbar. Befruchtungsverhältnisse nicht einheitlich. Der Griffel hat eine kurze, nicht weit gespreizte Narbe, Narbenblätter 7-8, weiß-grün bis weißlich-gelb oder gelb. Kronblätter von innen nach außen an Größe zunehmend, außen dann bis doppelter Länge. Die inneren Kronblätter stehen aufrecht oder sind etwas nach innen geneigt.

Früchte: Infolge des Blütenaufbaus ist auch die der Blütengröße entsprechende Frucht nicht wollig, hat nur geringe feine Behaarung und ist nur mit wenigen steifen Borsten bekleidet. Sie ist ziemlich kleinkugelig, dünnwandig, lederartig, weichwerdend im vollreifem Zustand, dann dünn und spröde, so dass sie beim Pflücken leicht bricht, später vertrocknend, platzt bei der Reife unten unregelmäßig auf, enthalten ~ 150 Samen.Samen: Deutlich unterschiedlich zu den Samen verwandter Gattungen, wesentlich kleiner, länglich (0,7 - 1,1 mm lang, um 0,7 mm Ø), verlängert gekrümmt-glockenförmig, stark warzig, mit glänzend schwarzen größeren Höckern besetzt, welche nahe zur Basis hin in Reihen angeordnet sind. Keimseite gewellt, von hellgrauer Farbe. Der Hilum-Micropylar-Bereich ist breit oval, der Micropylarhügel stark ausgeprägt. Die Testazellen meistens fünf- oder sechskantig. Testarand am HMB gering nach außen gebogen, Hilum basal deutlich aus zwei Abschnitten bestehend. Der ventrale Abschnitt ist deutlich größer, als bei Samen anderer verwandter Gattungen, keine Abrissnarbe, gegen den dorsalen Teil mit der Micropyle stumpf gewinkelt, letzterer Teil ist etwas kleiner, aber breiter, leicht oval und zur Micropyle hin vorgewölbt. Während bei Samen von verwandten Gattungen die Micropyle nahezu in der Mitte des HMB liegt, ist sie hier mehr dem dorsalen Bereich des Hilums genähert. Es fehlt auch die Abwicklung der beiden Hilumpartie

Typstandort: Östliches Südbrasilien - Rio Grande do Sul bis über die Grenze zu Santa Catarina, in den Bergen (Apparado da Serra) mit hoher Luftfeuchtigkeit, zwischen Moos und Flechten - so hat man gesagt. Neuerliche Funde stammen auch von steinigen Böden und Platten sowie steilen Abhängen.

Kultur: Im Winter müssen die Pflanzen in ihrer Heimat erhebliche Niederschläge in Form von Nebel und teilweise auch Froststunden ertragen, denn die Aparados da Serra sind bis 1800 Meter hoch. In der Kultur sollte man diese Pflanzen daher öfters einsprühen, sie aber vor Staunässe schützen. Die Blütezeit der Acanthocephaleen ist bei uns in den Herbst, ja teilweise sogar in den ausklingenden Winter verlagert.
In der Kultur muß man bei freier Aufstellung darauf achten, daß diese Pflanzen dort keine »Rote Spinne« bekommen, denn sie sind dagegen wenig widerstandsfähig.

(Nach: Gerloff, N. & Neduchal, J. 2004: Taxonomische Neubearbeitung der Gattung Notocactus Fric. - In: INTERNOTO 25 (2))

Synonyme:

  • Brasilicactus BACKEBERG (-> illegitimer Gattungsname ICN Art. 52.1)
    Backeberg, C. 1941: CACTACEAE Lindley Systematische Übersicht (Neubearbeitung). – In: Cactaceae—Jahrbücher der Deutschen Kakteen-Gesellschaft, 1941, pt. 2: 76.
  • Notocactus subgen. Brasilicactus BUXBAUM 
    Buxbaum, F. (1967): Gattung Notocactus. – In: Krainz, H.: Die Kakteen, Lieferung CVIc, 1.I.1967
  • Parodia subgen. Brasilicactea F.H.BRANDT
    Brandt, F.H. (1982): Die Gliederung der Gattung Spegazzini. - In: Kakteen- und Orchideen-Rundschau 7 (4): 52-64, nom. nov., als 'comb. nov.'

Arten, Varietäten & Formen:

aus: Neduchal, J.;  Notocactus-Bilanz 1998

Leitart: Notocactus Schumannianus (Nicolai 1893) Fric 1928

Körperbau: sehr variabel, kugelig bis säulig, Rippen: Meist von großer Anzahl, häufig spiralartig gedreht, oft auffallend gehöckert. Areolen: Im Jugendstadium sehr wollig, später verkahlend, Dornen: sehr unterschiedlich, selten hakenförmigFoto Henßen

Blüten: Meist gelb, seidig glänzend, oft in großer Zahl nahe dem Scheitel, trichterförmig bis glockig erweitert. Der Fruchtknoten und die Blütenröhre sind meist dicht mit schmalen spitzen bis grannenartig zugespitzten Schuppen besetzt, die manchmal am Fruchtknoten reduziert sind. In den Achseln tragen die Blüten durchweg dünn stachlig bis stachlig - borstige, mehr oder weniger gewundenen Dornen, die manchmal von Wollbehaarung überdeckt werden.
Die Blütenröhre erweitert sich über dem Fruchtknoten allmählich trichterförmig bis breit schüsselförmig. Die zahlreichen Staubblätter sind manchmal in deutliche Gruppen geteilt oder entspringen bis zum Schlund aus der Blütenwand.
Der Griffel trägt meist strahlend ausgebreitete Narbenäste, die meist rot sind.

Früchte: Sie sind oft von großen Blütenresten gekrönt. Am Anfang zunächst weichfleischig und verhältnismäßig klein, strecken sie sich bei manchen Arten später stark in die Länge, wobei die Samen oft nur in dem oberen Teil der Frucht verbleiben.
Er ist gerade oder leicht schief glockenförmig bis halbkugelig, mit einem basalem geradflächigem bis etwas abgewinkeltem Hilum-Micropylar-Bereich ( HMB ), das gewöhnlich etwas größer ist, als der Samendurchmesser. Etwa in der Mitte des HMB ist eine mehr oder weniger deutliche, schon im Bau der Samenanlage vorgebildete Wölbung, an deren Spitze das Micropylarloch liegt. Der ganze HMB ist von einer dünnen Schicht lockeren Gewebes bedeckt, die meist mehr oder weniger abgescheuert ist, so dass die darunter liegenden Testazellen durchscheinen. Die meist schwarze Testa gehört dem warzigen Typ an. Sie ist stets von einer Arillushaut überzogen, die aber bei der Samenreife meist abspringt. Ein Perisperm ist nicht vorhanden. Der Embryo ist eiförmig und besitzt nur einen kleinen Spalt zwischen nicht abgegliederten Keimblättern.

Vorkommen: Von der Mitte Argentiniens über Uruguay bis nach Südbrasilien ( in den Staaten: Rio Grande do Sul, Santa Catarina und Parana), Paraguay und Kolumbien.

Literatur:

Notocactus - Bilanz 1998: Neduchal, J. Neu-Isenburg, 1999, S. 17
Gerloff, N. & Neduchal, J.: Taxonomische Neubearbeitung der Gattung Notocactus Frankfurt 2004

Beschreibung der Untergattung:

Körper: Die Pflanzen sind sehr unterschiedlich im Aussehen, in Größe und Anzahl der Rippen, deren Form, Körperfarbe usw. Im Körperbau gleichen die Vertreter dieser Untergattung im hohen Grade dem Körperbau der Untergattung Neonotocactus. Es gibt flachkugelige, kugelige und zylinderförmige Einzelpflanzen oder Gruppen. Der Durchmesser kann von wenigen cm bis zu 20 cm und die Höhe bis zu 40 cm schwanken.Foto Henßen
Rippen: 6 - 35, rundlich bis dreieckig im Querschnitt, mit meist scharfen kanten, getrennt durch mehr oder weniger deutliche Furchen; die Rippen können auch in Höcker zergliedert sein.
Areolen: sitzen auf der Oberseite der Höcker oder wandern über die obere Flanke in die Kerben. Immer weißwollig durch Filzhaare im Neutrieb. Durchmesser 2 - 7 mm. Dornen wie bei den Neonotocactus.

Blüten mit eng- bis weittrichterigen, in seltenen Fällen auch glockig - erweiterter Blütenröhre , die, wie auch der Fruchtknoten, meist dicht mit Schuppen besetzt ist. Blüten niemals breitglockig. Manche Blüten mit etwas verlängertem Pericarpell und darüber meistens nur mit geringer Einschnürung. Die Areolen in den Schuppenachseln tragen meist reiche Wolle, sind aber auch fast ganz ohne Wollbehaarung. Außerdem sind grannenartigeDornen vorhanden, oder nur die Dornen der obersten Areolen sind grannenartig, die unteren jedoch stechend steif. Die beiden Staubblattgruppen sind teils aus der Stellung der Staubfäden, teils aus der Innervierung erkennbar.

Die Früchte sind zunächst stets weichfleischig; später vertrocknen sie. Die Samen sind kurz bis verlängert glockenförmig mit schwarzer, grob warziger Testa. Der Hilumsaum ist oft ausgeschweift; das Hilum ist annähernd kreisrund, breiter oder schmaler oval, fast gerade bis etwas abgewinkelt mit mehr oder weniger markantem Micropylarhügel.

Die Untergattung Notocactus unterteilt sich in folgende Gruppen:

Foto HenßenZeichnungBeschreibung der Gruppe:

Wenige Rippen (6-20); Dornen nicht zahlreich oder dicht, öfters gebogen, verdecken nicht die Epidermis; bei vielen Arten ist der Kontrast zwischen dunklen Mitteldornen und hellen Randdornen groß. Einige Arten zeichnen sich durch unterirdische Sprossbildung aus. Dickwandige, ovale, fleischige Früchte, unregelmäßig vertikal öffnend.

Arten, Varietäen & Formen:

Autor des Bildes unbekanntBeschreibung der Gruppe:

Die Pflanzen werden sehr groß, bis 25 cm im Durchmesser und bis 50 cm hoch, verkorken stark. Rippen in mehr oder weniger hervortretenden Höckern unterteilt.

Blüten gelborange, orangerot bis weinrot, selten gelb. Der Samen dieser Pflanzengruppe ist helmförmig, länger als breit. Der Rand des HMB ist wulstig. Die Testazellen sind erhabene, oben etwas abgerundete, hexagone Kegel, von deren Spitzen zirka 20 Falten nach unten verlaufen. Alle Pflanzen sind am Südrand der Serra Geral zu Hause, wachsen teilweise in unzugänglichen Felsnischen und sind so bis jetzt von den Eingriffen der Menschen verschont geblieben.

Arten, Varietäten & Formen:

Foto F&A JaekelBeschreibung der Gruppe:

Pflanzen zwergig, zylindrisch. Blüten im Verhältnis zum Körper recht groß, bis 6 cm. Pflanzen bilden meist unterirdische Sprosse, dadurch Gruppen bildend.

Arten, Varietäten & Formen:

Foto NGerloffBeschreibung der Gruppe:

In Höcker aufgelöste Rippen, Scheitel vertieft und fast immer frei von Dornen. Areolen befinden sich zwischen den Höckern.

Arten, Varietäten & Formen:

 

(Setacei=die Borstigen; lat. seta=die Borste, setaceus=borstig)

Typus:

Notocactus concinnus (Monville) A. Berger ex Backeberg

Beschreibung:

Körper flachkugelig bis säulig; Rippen 13 bis über 30, schmal, flachrund, schwach gehöckert; Mitteldornen 4 - 7; 5 - 25 mm lang, borstig, nicht bis schwach stechend; Randdornen 6 bis über 30; 2 -10 mm lang.

Blüten trichterförmig, 30 - 90 mm lang und im Durchmesser; Petalen gelb, teilweise außen mit rotem oder grünlichem Mittelstreifen; Früchte trocken, dicht mit Wolle und Borsten besetzt.

Samen: glockenförmig, 0,8 - 1,2 mm lang, rotbraun, dunkelbraun oder schwarz mit einem breiteren Rand am Hilum. Hilum-Micropylar-Region normalerweise groß, rund oder oval, Saum nicht hervortretend, Hilum manchmal als kurzer Stiel oder Punkt. Testazellen konvex bis halbkugelig, meist pentagonal oder hexagonal, 50 - 100 µm im Durchmesser, apicale Zellen größer, unregelmäßig gruppiert und stark konvex. Zellgrenzen gerade, eingesenkt. Zelloberflächen überzogen mit einer mittelstarken, radial ausgerichteten Cuticularfaltung.


Literatur:

Subserien:

Notocactus concinnus

Typus:

Notocactus concinnus (Monville) A. Berger ex Backeberg

Beschreibung:

Körper flachrund bis kugelig, einzeln; Scheitel etwas eingesenkt, meist unbedornt; Rippen 13 - 25; Mitteldornen 4, im Kreuz stehend, 5 - 25 mm lang, der längste abwärts gerichtet; Randdornen 6 - 21;

Knospen "kopfbildend"; Blüten "rotgestreift", mittelgroß bis groß: 35 - 90 mm lang und im Durchmesser, Blütenröhre häufig lang gestreckt, schwach bewollt, Narbenäste rot, Griffel und Staubfäden unten rot, oben gelb, Petalen breitlanzettlich bis spatelig, die größten 23 - 40 mm lang, 7 - 13 mm breit

Vorkommen: Verstreut über Uruguay und den Süden des Dpt. Rio Grande do Sul (Brasilien).


Literatur:
  • PRAUSER, Wolfgang (2000): Die Pflanzengruppe der Setacei - Teil I: Die Setacei in der Literatur. In: INTERNOTO 21 (3) : S. 105-119
  • PRAUSER, Wolfgang (2001): Die Pflanzengruppe der Setacei - Teil II: Taxonomische Neubestimmungen. In: INTERNOTO 22 (1) : S. 3-18

Arten, Varietäten & Formen:

Notocactus tabularis

Typus:

Notocactus tabularis (Cels ex Rümpler) Berger ex Backeberg

Beschreibung:

Körper flachrund bis kurzsäulig, einzeln; Scheitel etwas eingesenkt, unbedornt oder von den Dornen der jungen Areolen bedeckt; Rippen 16 - 26; Mitteldornen 4 - 7; 6 - 20 mm lang; Randdornen 12 bis über 30.

Knospen "rautenförmig", Blüten "reingelb", klein bis mittelgroß: 30 - 60 mm lang und im Durchmesser, Blütenröhren mittelstark bewollt; Narbenäste meist rot, Griffel und Staubfäden je nach Species gelb bis rot gefärbt, Petalen schmal- bis breitlanzettlich, die größten 20 - 30 mm lang, 4 - 9 mm breit

Vorkommen: Relativ isolierte Standorte je nach Arten in Süduruguay und im Süden des Dpt. Rio Grande do Sul (Brasilien).


Literatur:
  • PRAUSER, Wolfgang (2000): Die Pflanzengruppe der Setacei - Teil I: Die Setacei in der Literatur. In: INTERNOTO 21 (3) : S. 105-119
  • PRAUSER, Wolfgang (2001): Die Pflanzengruppe der Setacei - Teil II: Taxonomische Neubestimmungen. In: INTERNOTO 22 (1) : S. 3-18
  • PRAUSER, Wolfgang (1993): Zur Abgrenzung der Scopanae von Notocactus tabularis (Cels ex K. Schumann) Berger ex Backeberg und seinen Varietäten. - In: INTERNOTO 14 (3) : 99-104

Arten, Varietäten & Formen:

Notocactus scopa

Typus:

Notocactus scopa (Sprengel) A. Berger ex Backeberg

Beschreibung:

Körper säulig (bis 50 cm Höhe bei 10 cm Durchmesser sind überliefert!), einzeln bis (stark) sprossend; Scheitel etwas eingesenkt, von den Dornen der jungen Areolen bedeckt; Rippen 18 - 35, von bis zu 40 Dornen pro Areole überdeckt; Mitteldornen 4 - 7; 6 - 20 mm lang; Randdornen 15 - 40; 3 - 12 mm lang.

Knospen "rautenförmig"; Blüten "reingelb", mit 35 - 40 mm Länge und Durchmesser im Verhältnis zu den übrigen Setacei relativ klein, Knospen, Fruchtknoten und Blütenröhre dicht und filzig anliegend bewollt; Petalen lanzettlich, bis 18 mm lang und bis 4 mm breit, Staubfäden von oben bis unten gelb, Griffel und Narbe meist von oben bis unten rot gefärbt (bei einzelnen Arten Abweichungen mit u.a. rein gelben Narben und rein gelben Griffeln);

Fruchtbildung typisch: Die reife Beere öffnet sich im unteren Drittel horizontal, auf der Areole einen schalenartigen Rest hinterlassend, in dem sich ein Teil der Samen sammelt.

Vorkommen: Verstreut über Uruguay und den Süden des Dpt. Rio Grande do Sul (Brasilien).


Literatur:
  • PRAUSER, Wolfgang (2000): Die Pflanzengruppe der Setacei - Teil I: Die Setacei in der Literatur. In: INTERNOTO 21 (3) : S. 105-119
  • PRAUSER, Wolfgang (2001): Die Pflanzengruppe der Setacei - Teil II: Taxonomische Neubestimmungen. In: INTERNOTO 22 (1) : S. 3-18
  • PRAUSER, Wolfgang (1993): Zur Abgrenzung der Scopanae von Notocactus tabularis (Cels ex K. Schumann) Berger ex Backeberg und seinen Varietäten. - In: INTERNOTO 14 (3) : 99-104

Arten, Varietäten & Formen:

Notocactus werdermannianus

Typus:

Notocactus werdermannianus Herter

Beschreibung:

Körper umgekehrt birnenförmig bis leicht säulenförmig, einzeln; Scheitel etwas eingesenkt, von den Dornen der jungen Areolen bedeckt; Rippen zahlreich (bis über 30), mit kleinen Kinnhöckern; Areolen zwischen den Höckern eingesenkt; Dornen zahlreich, weißlich bis schwarzbraun, Rand- und Mitteldornen teilweise schwer zu unterscheiden; Mitteldornen 3 - 4; 7 18 mm lang, Randdornen 8 - 15; 4 - 10 mm lang.

Knospen "rautenförmig"; Blüten "reingelb" (häufig mit grünlichem Mittelstreifen), mittelgroß: 50 - 65 mm lang und im Durchmesser, Blütenröhre spärlich bewollt; Petalen sehr schmal lanzettlich, bis 35 mm lang und bis 5 mm breit; Staubfäden und Griffel von oben bis unten weißlich bis gelb; Narbenäste hellpurpur bis rot;

Fruchtbildung typisch: die Früchte öffnen sich oben unmittelbar unter dem Blütenrest

Vorkommen: Norduruguay (um Tacuarembo).


Literatur:
  • PRAUSER, Wolfgang (2000): Die Pflanzengruppe der Setacei - Teil I: Die Setacei in der Literatur. In: INTERNOTO 21 (3) : S. 105-119
  • PRAUSER, Wolfgang (2001): Die Pflanzengruppe der Setacei - Teil II: Taxonomische Neubestimmungen. In: INTERNOTO 22 (1) : S. 3-18

Arten, Varietäten & Formen:

Typus:

Notocactus mammulosus (Lemaire 1838) Berger ex Backeberg 1959

Literatur:

Neduchal, J.: Notocactus - Bilanz 1998: Neu-Isenburg 1999, S. 20 - 21.

N. mammulosusBeschreibung:

Körperbau: Es kommen verschiedene Körperformen vor. Pflanzen zumeist hartfleischig, die Gruppe um N. mammulosus wächst überwiegend in wiesigen Landschaftsformen, die Gruppe um N. mueller-melchersii im felsigen Terrain, flachen, fast nackten Felsplatten.
Rippen: Zumeist dreieckig bis bogenförmig im Querschnitt, nicht selten in Höcker gegliedert, diese dann um die Areolen verdickt. Manchmal erreichen die Täler zwischen den Höckern die Rippenfurche. Bei der Gruppe um N. mueller-melchersii ist die Rippenstruktur ausgeprägter.
Blütenschnitt Notocactus mammulosus fa. marmarajaAreolen: Breitrund bis rund, auf der oberen Flanke eines Höckers vertieft sitzend, weißwollig aber rasch verkahlend und verschmutzend.
Dornen: Die Mitteldornen (bis 6 an der Zahl) entwickeln sich zu kräftigen Nadeln, pfriemartiges und stechendes Schutzkleid, oft gebogen, später verbleichend.

Blüten: Die Blüten sind bereits in der Seitenansicht, trotz der starken Wollbildung, auffallend breit. Die Blütenröhre erweitert sich unmittelbar über dem Fruchtknoten breit schüsselförmig oder mindestens breit trichterig . An der Umbiegestelle stehen die Staubblätter steil, nur aus der Blütenröhre entspringend, zuerst griffelwärts, dann auswärts gebogen. Die tangential entspringende s. g. zweite Staubblattgruppe fehlt. Die Basen der innersten Blütenhüllblätter sind mit der Blütenröhrenwand bis zur Umbiegung der Blütenröhre dicht oberhalb des Fruchtknotens verwachsen. Die Pflanzen sind - bis auf wenige Ausnahmen - selbststeril. N. mueller-melchersiiDie Blüten öffnen erst ca. 2 Stunden nach dem Höchststand der Sonne und schließen erst spät nachmittags wieder.

Früchte: Bei der Untergattung verlängern sich die Früchte im Vollreifestadium im basalen Abschnitt stark und hängen schlaff über. Beim Abbrechen entsteht eine basale Öffnung. Die Frucht ist ursprünglich grün und entwickelt sich durch die Streckung zu einem schlauchartigem Gebilde. Samen, die sich ursprünglich im oberen Fruchtbereich befanden, fallen nach der Reife und Austrocknung der Samenstränge leicht aus.
Samen: Die, wie bei der Untergattung Malacocarpus, breit, glockenförmigen Samen haben oft am Rand ein dick polsterförmigesHilum. Verbreitungskarte der UG Neonotocactus Autor N. GerloffDieser wulstige Rand des Hilums ist wichtiges Merkmal der Untergattung. Die Arillushaut ist in winzige sternförmige Teilchen zerlegt, die den Spitzen der Testawarzen aufsitzen. An der Keimseite ist der Samen dieser UG abgeplattet oder gerundet und von ockergelber Farbe .

Standort: Argentinien (vom Süden bis auf die Höhe von Buenos Aires), Uruguay und Rio Grande do Sul aus Brasilien (bis ca. auf die Höhe von Cacapava, Porto Alegre).

Übergangsarten zur Gattung Neonotocactus:

Blüten öffnen früher, ca. 1 Stunde vor den Pflanzen der Gruppe um Notocactus mammulosus, bezogen auf den Höchsstand der Sonne.

Arten, Varietäten & Formen:

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