Freitag, 22 Februar 2019
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Wigginsia calvescens (N. Gerloff & A. D. Nilson 1994) Font

calvescens bedeutet verkahlend, s. Dornen

Erstbeschreibung:

Internoto 15 ( 3 ) : 75-83 , 1994

Literatur:

N. Gerloff & J. Neduchal: Taxonomische Neubearbeitung, Frankfurt 2004.

Beschreibung:

Körper: einzeln, gedrückt kugelig wachsend, in der freien Natur größtenteils im Boden eingesenkt, bis halbkugelförmig in Kultur, in der Natur bis 15 cm breit, nur 1 cm aus dem Boden reichend, der untere Teil des Körpers ist kreiselförmig und geht in eine lange Pfahlwurzel über, aus der feine Faserwurzeln abzweigen, Scheitel 3-5 mm tief, stark bewollt, trägt auch in der Natur ein Scheincephalium, Epidermis blaugraugrün, stumpf.Foto NGerloff
Rippen: bei Erreichen der Blühfähigkeit (5 cm Ø) 13-17, später bis 21, 10-15 mm breit, 4-7 mm tief, im Jugendstadium etwas kantig, später fast ganz in runde Höcker aufgelöst, die geschlängelte Furche bleibt erhalten, die Täler zwischen den Höckern vertiefen sich im Alter und reichen fast bis zur Furche hinab (es fehlen 2 mm ), die Höcker erheben sich im Altersstadium bis 7 mm über den Grund der Furche.

Areolen: längsoval, befilzt, 2-4 mm Ø, sitzen auf den Höckern und reichen etwas in des Tal unter dem Höcker hinab, zum Teil bilden die vom Regen abgewaschenen Areolen einen längsovalen Krater im Höcker, Areolenabstand 8-14 mm, in der Natur rasch verkahlend, zur Basis hin teils ohne Wolle, in Kultur reichlich weiße Wolle bildend, die sich im Scheitel zu einem Scheincephalium vereinigt, das Wollbüschel einer einzelnen Areole bis 5 mm hoch und 10 mm breit. Dornen: die juvenale Bedornung ist bis ca. ins 6 . Lebensjahr vorhanden, junge Areolen entwickeln am Ende des ersten Jahres kleine Dornen, Randdornen: 3-6, 2-5 mm lang, gespreizt, dünn, weißlich, teils dunkler bespitzt, Mitteldornen: keine, nach Erreichen der Blühfähigkeit keine Neubildung von Dornen, alte Areolen verlieren ihre Dornen, alte Pflanzen sind völlig dornenlos.

Knospen: wachsen innerhalb von 2-3 Tagen aus der Wolle, am ersten Tag ist nur die gestreifte Spitze zu erkennen, die von den äußeren Kronblättern gebildet wird.
Blüten: scheitelnah, erscheinen zahlreich in mehreren Schüben, öffnen bis 5 Tage hintereinander, am zweiten Blühtag um 35 mm
Foto Henßenbreit und 23 mm lang, im Schlund rötlich, Kronblätter weißgelb, seidig glänzend, 16-17 mm lang, spatelig bis gekerbt endend, maximal 3 mm breit ( in der Nähe der Spitze), äußere Kronblätter kürzer, spitzer und außen mit rotem (auch rotbraunem ) Mittelstreifen, gehen in die oberen Schuppen der Röhre über, bilden bei der noch geschlossenen spitzen Knospe deren Außenflanke, Fruchtknoten : becherförmig, 3-4 mm breit und hoch, innen mit weißen Samenanlagen, außen ganz bekleidet mit weißer Wolle, Röhre: trichterförmig, 8 mm lang, unten 3-4 mm breit oben 11 mm breit, außen ganz bedeckt mit weißer Watte, rosa, im unteren Bereich glatt, im oberen Bereich bedeckt mit kleinen schmalen Schuppen, Schuppen mit rötlicher Spitze, aus Achseln entspringen weiße Wolle und dünne, weißliche Borsten mit etwas dunkleren Spitzen, Borsten bis 10 mm lang, innen ist die Röhre oben rosa, unten intensiv purpurn, Nektarrinne: eng, purpurn, 1 mm tief mit etwas Nektar, Griffel: oben 0,7 mm, unten 0,8 mm Durchmesser, 15-16 mm lang, gelblichweiß, Narben: bräunlichrot bis schwarzpurpurn, 8 Äste, wenig gespreizt, 1,5-2mm lang, Staubfäden: 5-7 mm lang, inseriert in der Röhrenwand bis an den Rand, intensiv purpurn, die längsten Staubfäden erreichen den Fuß der Narbe nicht, die Staubfäden reagieren auf Berührungsreize, Staubbeutel: goldgelb, bis 1 mm lang und 0,5 mm breit.Früchte: zum Ende des Blühjahres zu tonnenförmigen Beeren heranwachsend, zunächst weißlich, 5-7 mm lang, später fleischig
rot und bis 12 mm verlängernd, bei der Reife im nächsten Jahr wieder verblassend und längs aufreißend, die Früchte enthalten nur 22-37 Samen.
Samen: hutförmig, 1,1 mm breit und 0,9-1 mm lang, dunkelbraun, HMB-Rand etwas aufgewölbt, Micropyle zentral als erhabener Kegel, Hilum hellbraun, oval, 0,5 mm breit und 1,1 mm lang, teils etwas schief gebogen, N. calvescens ist selbststeril.

Heimat und Typstandort:
Inmitten eines Buschwaldes der phytogeographischen Provinz del Espinal, zwischen Gräsern in Kreidesand ( ph 7,28 ), am östlichen Ufer des Rio Uruguay, nördlich von Barra do Quarai, Rio Grande do Sul, Brasilien.Gf 141 Die gleiche Pflanze mit etwas gelberer Blütenfarbe wurde an zwei Stellen in Argentinien gefunden.

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