Literatur:
Franz Buxbaum "Morphologie der Kakteen", Literaturschau Kakteen, Jg. 4 1980 Heft 1
Cullmann/Götz/Gröner, Kakteen, Ulmer 1963
Der Spross
Die Wuchsform, Kugel, entsteht in dem die Pflanzen im frühen Jugendstadium stehenbleiben. Bei den Cereoiden entwickelt sich vor allem das Unterblatt (Podarium) sehr stark und diese wird zur Warze bzw. Rippe ausgebildet. Ein wichtiges Merkmal der Kakteen sind die Areolen. Bei Blütenpflanzen entstehen Seitentriebe grundsätzlich in den Blattachseln. Die meisten entwickeln sich nur zu Knospen, die sich weiter zu Kurztrieben ausbilden, dort gehen die Blätter fast von einem Punkt aus. Die Areolen kann man mit solchen Kurztrieben gleichsätzen und die Dornen sind umgebildete Blätter. Dass die Areolen tatsächlich Knospen enthalten, zeigt sich deutlich, wenn aus ihnen Blüten oder neue Triebe entstehen.
Bei den Kakteen ist der Vegetationsscheitel an den oberen Rand der Areole verlagert, während sich auch die Dornen am unteren Rand der Areole bilden. Befinden sie sich mal am oberen Rand, dann sind sie meist schwach ausgebildet.
Die Bedornung
Während bei höher entwickelten Kakteen die Dornenentwicklung begrenzt ist, d.h. nach einem bestimmten Zeitpunkt keine weiteren Dornen gebildet werden, bringen primitivere Formen fortlaufend Dornen hervor. (Bei Mammillarien verzweigt sich der Vegetationskegel in einen dornentragenden- und einen Blütentragenden Teil.)
Man spricht von Dornen, da sie Organe des Hautgewebes und tiefer gelegener Gewebeteile sind. Eine Reduktion der Dornen führt zu Borsten- und Haardornen. Im Gegensatz dazu wird die Areolenwolle aus Oberhautzellen gebildet.
Häufig lassen sich zwei Arten von Dornen unterscheiden: die Mitteldornen und die Randdornen. Während die kräftigen und abstehenden Mitteldornen für den Schutz bestimmt scheinen, schattieren die Randdornen den Pflanzenkörper, um ihn vor Überhitzung zu schützen. Die Anzahl der Dornen einer Art kann stark variieren, dagegen ist die Anordnung der Dornen konstant und kann zur Unterscheidung von Arten heran gezogen werden.
Die Rippen entwickeln sich aus dem Verschmelzen der Podarien. Streben die Podarien auseinander, so können sich keine Rippen bilden und es entstehen Warzen. Die Anzahl der Rippen einer Art ist abhängig von der Ernährung und der Lichtverhältnisse der Pflanzen. So können nachträglich Rippen eingeschoben oder auch zurückgebildet werden.
Die Gestalt ist abhängig von der Fähigkeit der Sukkulenz und der Verringerung der Verdunstung. So führte die Entwicklung vom sich verholzenden Ast über die Verringerung der Seitentriebe zur Säule und letztendlich zur Kugel. Bei den Cereoideen sind bereits die Sämlinge hoch sukkulent. Die Keimblätter gehen in das Hypokotyl über und werden mit der Entwicklungshöhe immer mehr reduziert.
Die Wurzel 
Kakteen entwickeln eine Hauptwurzel, die eine direkte Verlängerung der Achse des Keimlings ist. Von dieser aus entstehen Seitenwurzeln, die sich später in Adventivwurzeln verästeln. Dazu kommt es auch zur Entwicklung von Sprosswurzeln, die dem Gefäßbündel entspringen und erst die Korkschicht durchbrechen müssen, was eine Wiederbewurzelung erschwert. Manchmal entwickelt sich die Hauptwurzel zu einer Pfahlwurzel oder Rübe.
Hauptwurzeln haben vor allem die Aufgabe den Pflanzenkörper zu stabilisieren , wobei ihnen auch eine Speicherfunktion zukommt. Die Nebenwurzeln, die ein weitverweigtes Geflecht bilden können, ermöglichen eine schnelle Wasseraufnahme. Eine Besonderheit stellen die "Wurzelschößlinge" dar. Die Bezeichnung ist eigentlich falsch, da es sich um unterirdische , ausläuferartig verlängerte Seitensprosse handelt. Sie entspringen oberhalb von unterirdisch gelegenen Areolen des Wurzelstuhls.