Mittwoch, 10 Juni 2026
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Literatur:

Franz Buxbaum "Morphologie der Kakteen", Literaturschau Kakteen, Jg. 4 1980 Heft 1
Cullmann/Götz/Gröner, Kakteen, Ulmer 1963

Der Spross

Die Wuchsform, Kugel, entsteht in dem die Pflanzen im frühen Jugendstadium stehenbleiben. Bei den Cereoiden entwickelt sich vor allem das Unterblatt (Podarium) sehr stark und diese wird zur Warze bzw. Rippe ausgebildet. Ein wichtiges Merkmal der Kakteen sind die Areolen. Bei Blütenpflanzen entstehen Seitentriebe grundsätzlich in den Blattachseln. Die meisten entwickeln sich nur zu Knospen, die sich weiter zu Kurztrieben ausbilden, dort gehen die Blätter fast von einem Punkt aus. Die Areolen kann man mit solchen Kurztrieben gleichsätzen und die Dornen sind umgebildete Blätter. Dass die Areolen tatsächlich Knospen enthalten, zeigt sich deutlich, wenn aus ihnen Blüten oder neue Triebe entstehen.
Bei den Kakteen ist der Vegetationsscheitel an den oberen Rand der Areole verlagert, während sich auch die Dornen am unteren Rand der Areole bilden. Befinden sie sich mal am oberen Rand, dann sind sie meist schwach ausgebildet.

Die Bedornung

Während bei höher entwickelten Kakteen die Dornenentwicklung begrenzt ist, d.h. nach einem bestimmten Zeitpunkt keine weiteren Dornen gebildet werden, bringen primitivere Formen fortlaufend Dornen hervor. (Bei Mammillarien verzweigt sich der Vegetationskegel in einen dornentragenden- und einen Blütentragenden Teil.)
Man spricht von Dornen, da sie Organe des Hautgewebes und tiefer gelegener Gewebeteile sind. Eine Reduktion der Dornen führt zu Borsten- und Haardornen. Im Gegensatz dazu wird die Areolenwolle aus Oberhautzellen gebildet.
Häufig lassen sich zwei Arten von Dornen unterscheiden: die Mitteldornen und die Randdornen. Während die kräftigen und abstehenden Mitteldornen für den Schutz bestimmt scheinen, schattieren die Randdornen den Pflanzenkörper, um ihn vor Überhitzung zu schützen. Die Anzahl der Dornen einer Art kann stark variieren, dagegen ist die Anordnung der Dornen konstant und kann zur Unterscheidung von Arten heran gezogen werden.
Die Rippen entwickeln sich aus dem Verschmelzen der Podarien. Streben die Podarien auseinander, so können sich keine Rippen bilden und es entstehen Warzen. Die Anzahl der Rippen einer Art ist abhängig von der Ernährung und der Lichtverhältnisse der Pflanzen. So können nachträglich Rippen eingeschoben oder auch zurückgebildet werden.
Die Gestalt ist abhängig von der Fähigkeit der Sukkulenz und der Verringerung der Verdunstung. So führte die Entwicklung vom sich verholzenden Ast über die Verringerung der Seitentriebe zur Säule und letztendlich zur Kugel. Bei den Cereoideen sind bereits die Sämlinge hoch sukkulent. Die Keimblätter gehen in das Hypokotyl über und werden mit der Entwicklungshöhe immer mehr reduziert.

Die Wurzel Foto Henßen

Kakteen entwickeln eine Hauptwurzel, die eine direkte Verlängerung der Achse des Keimlings ist. Von dieser aus entstehen Seitenwurzeln, die sich später in Adventivwurzeln verästeln. Dazu kommt es auch zur Entwicklung von Sprosswurzeln, die dem Gefäßbündel entspringen und erst die Korkschicht durchbrechen müssen, was eine Wiederbewurzelung erschwert. Manchmal entwickelt sich die Hauptwurzel zu einer Pfahlwurzel oder Rübe.
Hauptwurzeln haben vor allem die Aufgabe den Pflanzenkörper zu stabilisieren , wobei ihnen auch eine Speicherfunktion zukommt. Die Nebenwurzeln, die ein weitverweigtes Geflecht bilden können, ermöglichen eine schnelle Wasseraufnahme. Eine Besonderheit stellen die "Wurzelschößlinge" dar. Die Bezeichnung ist eigentlich falsch, da es sich um unterirdische , ausläuferartig verlängerte Seitensprosse handelt. Sie entspringen oberhalb von unterirdisch gelegenen Areolen des Wurzelstuhls.

Gattung Acanthocephala ("Brasilicactus")
„Bildet kurzröhrige, kleine Blüten mit bestacheltem Ovarium und Frucht. Sie haben nichts mit Notocactus zu tun.“ (Aus: Backeberg 1938).
Gattung Brasiliparodia
"Der Körper ist kugelförmig und weicher wie bei Notocactus. Die Rippen sind sehr zahlreich, wenige Millimeter hoch und kaum eingekerbt. Die Höcker sind rund und Mamillen ähnlich. Die Dornen sind zahlreich, nadelförmig und stechend. Der Mitteldorn ist dunkler und meist stark hakenförmig." (Aus: Ritter 1979)
Gattung Eriocephala ("Eriocactus")
"Während Notocactus in meinem Sinne keinen Wollscheitel bildet, roten Griffel und schlaffe, bei der Reife größtenteils hohl werdende und in die Länge wachsende Früchte hat, zeigt Eriocephala eine volle Beere, einen Wollscheitel, große flattrige Blüten und gelben Griffel bzw. Narben". (Aus: Backeberg 1938)
Gattung Wigginsia ("Malacocarpus")
„Als Salm-Dyck das Genus Malacocarpus aufstellte, bezog er darin nur Pflanzen aus der Formengruppe seines Typus ein, d.h. mit fast zentralständigen, kurzen Blüten; Griffel bzw. Narben rot; Röhre stark bewollt; Ovarium beschuppt, wollig und beborstet; Früchte weich und beerenartig; bei der Reife ± aus dem stets vorhandenen, im Alter zunehmenden Wollscheitel hervortretend. Die Pflanzen sind breitrund, kugelig oder in zwei Fällen auch stärker länglich; gewöhnlich wachsen sie einzeln.“ (Aus: Backeberg 1959)

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