Translate

Czech Dutch English French Hungarian Portuguese Spanish
Top Panel
Montag, 19 November 2018
A+ R A-

UG Notobrasilia Havlicek 1989

Typus: Notocactus alacriportanus

Autor:

Havlicek, R. (1989): Kaktusar (CZ): 18

Literatur:

Neduchal, J. Notocactus - Bilanz 1998: Neu-Isenburg 1999, S. 29 - 32.
Gerloff, N. & Neduchal, J.: Taxonomische Neubearbeitung der Gattung Notocactus Frankfurt 2004

Beschreibung:

Körperbau: Pflanzen selten groß, zierlich bis flachkugelig, selten etwas verlängert, kurzzylindrisch, manchmal auch verformt. Pflanzen einzeln, seltener in der Natur sprossend; Körper wesentlich weicher als bei verwandten Untergattungen. Fleisch manchmal rötlich anlaufend. Mit vertieftem nicht schiefem Scheitel, der (bis auf N. rechensis )lange, hauptsächlich in der Wachstumsphase nicht bedornt ist. Epidermis hell- bis dunkelgrün, olivgrün, manchmal rötlich-blau anlaufend (standortabhängig). Notobrasilien sind sehr variabel und verändern sich wesentlich unter dem Einfluss von Pflegemaßnahmen / Pfropfungen (Sprosse); Faserwurzeln - mit Ausnahmen.

Rippen: Ca. 25 und mehr, in warzigen, meist gedrehten Reihen, wenige mm hoch, bestehend aus mammillenförmigen Höckern. Areolen: Meist weißfilzig bis gelblich, rundlich, auf den mammillenförmigen Höckern und Rippen sitzend.

Dornen: Ziemlich zahlreich, nadel- bis borstenförmig, dünnelastisch, mehr oder weniger gerade. Randdornen um die 20, kürzer als die 4-7 Mitteldornen, die etwas stärker und dunkler sind, unter ihnen die untersten 1 bis 4 meist gewunden bis hakenförmig und bis 3 cm (und auch mehr) lang. Farbe ist von weißlich-gelb bis braun oder dunkelrotbraun, Mitteldornen auch meliert vorkommend. Wesentlich unterschiedlich zu Bedornung der Parodia - Arten, bei denen zusätzlich noch die 4 Mitteldornen im Kreuz stehen.

Blüten: Um den vertieften Scheitel entspringend, Röhre becher- trichterförmig. Blüten mittelgroß bis ziemlich klein (max. 20 - 45 mm), innen gelb bis goldgelb, außen mit mehr grünlicher Färbung, öfter mit braunrotgehauchtem Mittelstreifen an den Kronblättern. Die Wandung ist dick, der Übergang vom Fruchtknoten in die Röhre ist von außen nicht erkennbar. Fruchtknoten etwas breiter als lang, grün. Schuppen zahlreicher als bei anderen verwandten Untergattungen, sehr klein, spitz, meist etwas grannig endend. In den Achseln stärkere Wollbüschel und einige feine aber stechende Borsten. Staubblätter umschließen im breiten Kranz die Nektarrinne, die sehr klein und mit sehr wenig Nektar ausgestattet ist. Staubfäden weißlich gelb bis gelb, dünn; Insertion auf der ganzen Röhre, dicht, Beutel gelb, klein, sehr unterschiedlich hoch stehend. Griffel gelb mit meist sehr kurzen gelben Narbenästen (6 - 13), welche die Beutel überragen und öfters in Paaren zusammenhängen bleiben oder sich nicht öffnen. Kronblätter sind umgekehrt lanzettförmig bis linearisch, unten nur wenig verschmälert, oben gerundet bis zugespitzt, mäßig groß, Innenseite immer gelb, außen manchmal grünlich bis rötlich - im Jungstadium; bei reifer Knospe grünlich, aber meistens mit rotem Hauch. Befruchtungsverhältnisse nicht einheitlich, variiren auch innerhalb einzelner Arten. Blütezeit wesentlich früher als bei verwandten UG, im zeitlichen Frühjahr. Vormittagsblüher. Blüten öffnen morgens für mehrere Tage, mit der Zeit öffnen die Blüten in der Kultur auch nachmittags. Blüten von N. alacriportanus duftend.
Knospenbildung: Bei den Notobrasilien erscheint im ersten Stadium der Knospenentwicklung eine kleine, meistens gelblich gefärbte Knospenspitze in der Areole . Diese ist völlig nackt, ohne Behaarung / Wolle. Erst später (nach 2-4 Wochen) entwickelt sich nach und nach Wolle, von weißer bis dunkelbrauner oder graubrauner Farbe.

Früchte: Denen der Gruppe um N. concinnus (Untergattung Gymnocephalus) etwas ähnlich, fast kugelig, mit spärlich reduzierter Wolle und feinen stechenden Borsten besetzt. Meist bei der Reife grün, selten rotbraun oder rot, dünnwandig, gewöhnlich auf der Pflanze mit Blütenresten eintrocknend, meistens an der Basis öffnend. Durch Witterungseinflüsse rasch zerfallend.

Samen: Ähnlich der UG Brasilicactus aber kürzer, flach eiförmiger bis glockenförmiger Gestalt, über 1 mm groß. Die überwiegend schwarze Testa trägt in Reihen angeordnete Höcker. Hilumrand sehr wenig nach außen gebogen, hier hat der Saum den größten Umfang. Der HMB hat die gleiche ovale Form, ist länglich, der Micropylaranteil und der etwas größere Teil der Abrissnarbe sind ebenso stark gegeneinander abgewinkelt (mit Ausnahme des fast abseits der Untergattung stehenden N. rechensis). Der Micropylarhügel ist ebenso zur zentralen Micropyle hin gewölbt. Der HMB ist am Ansatz des Funiculus stark verschmälert, dadurch die flach eiförmige Gestalt. Es sind keine korkartigen Auswüchse an Samen, wie bei den Parodien, vorhanden. Mit Ausnahme von N. rechensis zeigen alle Arten in ihren Samen keine erkennbaren Unterschiede. Die Keimfähigkeit der Samen lässt bei der Untergattung sehr rasch und stark nach der Samenreife nach. Manche Jahre konvergiert die Keimfähigkeit vom Anfang an zu Null.

Typstandort: Apparados da Serra, in höheren Lagen des östlichen Grenzgebietes der brasilianischen Staaten Rio Grande do Sul und Santa Catarina. Aparados da Serra sind Ausläufer des Massifs Serra Geral in Richtung Atlantik, wo sie zu den Lagunen abfallen. N. rechensis bei ca. 900 m, die andren zwischen 1000 und 1400 m. Das kleinste Areal unter den Notokakteen. Notobrasilien stehen gerne zwischen Moos und Flechten, so wurde früher immer berichtet, aber auch im Gras, auf Steinplatten. Wichtig ist die erfrischende Feuchtigkeit. Teile des Areals sind unter Schutz gestellt worden, gehören nämlich zu den Bereichen des ` ` `Parc Nacional Aparandos da Serra` - auf der Seite des Rio Grande do Sul, in Santa Clara ist es der ` ` Parc Nacional Sao Joaquim`. Eine Hoffnung auf Erhalt der Untergattung könnte es ja sein, wenn man die Berichte aus den früheren Reisen über die Ausrottung ganzer Populationen nicht so ernst nimmt - und sich Bilder der letzten Forschungsreise von N. Gerloff anschaut. In Begleitung von Notobrasilien findet man auch N. linkii und ottonis sowie deren Formen bzw. Varietäten. An den Steilwänden der Täler oder am Rande der Abgründe, den Fortalezas, findet man in der Nähe der Notobrasilien auch N. graessneri.