Freitag, 12 Juni 2026
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Als Saatgefäß verwendet man üblicherweise flache Schalen , weil junge Kakteen nicht sehr tief wurzeln. Ideal sind sogenannte Zimmergewächshäuser, die aus einem flachen Unterteil und einem Klarsichtdeckel bestehen. Dadurch wird die Verdunstung verringert und gleichzeitig eine für die Keimung hohe Luftfeuchtigkeit erreicht. Wenn Sie zudem als Luxusvariante ein Zimmergewächshaus mit eingebauter Heizung kaufen, kann eigentlich kaum noch etwas schiefgehen.Eine preiswerte Variante erfuhr ich von einem Kakteenfreund, der Aussaattöpfe in einen Plastikbeutel stellt, Wasser dazu gibt und die oben zugebundenen Töpfe in sein Gewächshaus hängt und sie ein viertel Jahr sich selbst überlässt.

Der ideale Zeitpunkt ist der März, wenn die Tage länger werden. Ich schaue gerne nach einer Schönwetterperiode, um einen guten Start zu gewährleisten, die Verwendung des Aussaatkalenders haben Freunde mit Erfolg angewendet, ohne dabei eine Kontrollaussaat zu einem schlechten Zeitpunkt durchgeführt zu haben.

Doch noch mal zurück: Die Töpfe müssen absolut sauber sein, am besten neue verwenden. Ein Stück Krepp-Papier auf den Topfboden legen, etwas grobes Material einfüllen und dann bis 1 cm unter den Rand mit Aussaatsubstrat auffüllen. Den Topf leicht aufstoßen. Ein Schild mit dem Namen der Kakteenart  beschriften (einige Freunde notieren dazu noch die Herkunft des Samens und das Datum), das Schild in den Topf stecken, den Samen aus der Tüte vorsichtig über das Substrat verteilen, dabei sollten die Samenkörner nicht zu dicht oder übereinander liegen. Der Samen wird mit einem "Stempel" vorsichtig angedrückt und danach mit gröberem Kies leicht überstreut. Kakteen sind Lichtkeimer, deswegen muss man hier vorsichtig arbeiten. Die Abdeckschicht verursacht ein Mikroklima, das die Keimlinge immer leicht feucht hält. Nun werden die Schalen oder Töpfe von unten mit Wasser versorgt. In das Wasser sollten Sie Chinosol® Tabletten auflösen. Dieses antibakterielle  und antimykotische Mittel hat sich als gutes, ja notwendiges Hilfsmittel für eine erfolgreiche Aufzucht herausgestellt.
Das mineralische Substrat saugt sich schnell voll. Die Aussaattöpfe brauchen nun einen hellen ungefähr 25°C warmen Platz, das wäre ideal. Der Platz sollte aber immer schattig sein, sonst verbrennen die Keimlinge. Immer wieder findet man aber auch selbst aufgegangenen Samen in der Sammlung, wobei die Nachttemperatur sicher unter dem angestrebten Wert gelegen haben.Foto Henßen

Kakteensamen keimt recht schnell, schon nach wenigen Tagen kann man die ersten grünen Knöpfe beobachten.Sorgen Sie für optimale Umgebungsbedingungen wie ausreichende Temperatur und genügend Helligkeit, und Ihre Kakteen wachsen ganz von alleine. Erst wenn Ihre Sämlinge etwa 1 cm groß geworden sind, sollten Sie zuerst den Deckel ein wenig und dann innerhalb ca. einer Woche immer mehr aufstellen, damit die Pflänzchen abgehärtet werden. Schließlich wird er ganz abgenommen. Dies ist auch der Zeitpunkt, ab dem Sie anfangen müssen, Wasser zuzuführen. Aber hierbei bitte keinesfalls übertreiben - die Schale ist wasserdicht, so daß sich zuviel Wasser dort staut und Ihre Zöglinge innerhalb weniger Tage eingehen würden! Deshalb empfehle ich, lediglich mit einem Wassersprüher täglich die Oberfläche leicht (!!!) anzufeuchten. Jetzt ist auch der Zeitpunkt gekommen, mit dem Düngen anzufangen. Nehmen Sie hierzu maximal ein Zwanzigstel der für andere Pflanzen empfohlenen Menge; dann können Sie mit der sehr schwach dosierten Lösung anstatt Wasser die Kakteen täglich übersprühen.Sobald die Sämlinge groß genug sind, daß man sie bequem greifen kann, können sie vereinzelt d.h. in separate Pflanzgefäße verpflanzt werden (solange sie sich nicht gegenseitig sehr nahe kommen, muß das aber nicht unbedingt sein).

Je nach Wachstum können die Sämlinge noch im ersten Herbst, besser jedoch erst nach einem Jahr vereinzelt werden. Für das zweite Jahr kommen 9 Pflanzen in einen 10er-Topf. Im darauf folgenden Jahr reicht der Platz nur noch für 5 Pflanzen und dann kommen sie in Einzeltöpfe. Das ist dann auch schon das Alter in dem sie mit den ersten Blüten rechnen können.

 

Gattung Acanthocephala ("Brasilicactus")
„Bildet kurzröhrige, kleine Blüten mit bestacheltem Ovarium und Frucht. Sie haben nichts mit Notocactus zu tun.“ (Aus: Backeberg 1938).
Gattung Brasiliparodia
"Der Körper ist kugelförmig und weicher wie bei Notocactus. Die Rippen sind sehr zahlreich, wenige Millimeter hoch und kaum eingekerbt. Die Höcker sind rund und Mamillen ähnlich. Die Dornen sind zahlreich, nadelförmig und stechend. Der Mitteldorn ist dunkler und meist stark hakenförmig." (Aus: Ritter 1979)
Gattung Eriocephala ("Eriocactus")
"Während Notocactus in meinem Sinne keinen Wollscheitel bildet, roten Griffel und schlaffe, bei der Reife größtenteils hohl werdende und in die Länge wachsende Früchte hat, zeigt Eriocephala eine volle Beere, einen Wollscheitel, große flattrige Blüten und gelben Griffel bzw. Narben". (Aus: Backeberg 1938)
Gattung Wigginsia ("Malacocarpus")
„Als Salm-Dyck das Genus Malacocarpus aufstellte, bezog er darin nur Pflanzen aus der Formengruppe seines Typus ein, d.h. mit fast zentralständigen, kurzen Blüten; Griffel bzw. Narben rot; Röhre stark bewollt; Ovarium beschuppt, wollig und beborstet; Früchte weich und beerenartig; bei der Reife ± aus dem stets vorhandenen, im Alter zunehmenden Wollscheitel hervortretend. Die Pflanzen sind breitrund, kugelig oder in zwei Fällen auch stärker länglich; gewöhnlich wachsen sie einzeln.“ (Aus: Backeberg 1959)

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