Freitag, 12 Juni 2026
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Die Natur ist darauf hin ausgelegt über die Blüten das Genmaterial auszutauschen und so mit zu erneuern. Ich möchte michl nicht grundsätzlich gegen diese Form der Vermehrung aussprechen, nur wenn man bestäubungsfähige Pflanzen zur Verfügung hat, dann sollte man auf die Vermehrung durch Samen zurück greifen.

Foto HenßenVegetative Vermehrung ist oft das einzige Mittel um Pflanzen zu retten. Deshalb werde ich hier meine Erfahrungen mit dieser Methode erzählen.

Notocactus minimus und andere erzeugen an den Wurzeln Ableger, die sich selber bewurzeln und dann selbständig weiter leben. Diese braucht man nur vorsichtig von den Wurzeln abtrennen, dass die Mutterpflanze keinen Schaden erleidet. Die Ableger selber sollten nicht zu klein sein, dass sie in der Lage sind, sich selbständig  zu versorgen.

Foto HenßenManchmal muss man den Kopf einer Pflanze vom unteren Teil trennen. Dann führe ich den Schnitt mit einem sterilen Messer durch, schneide die Seiten konisch zu und lasse den Kopf aufrecht stehend abtrocknen. Die Leitbündel der Pflanze schrumpft beim Abtrocknen schneller wie der äußere Bereic, so dass bei einem horizontalem Schnitt nach dem Abtrocknen die Leitbündel, aus denen sich die Wurzeln bilden, nicht mehr das Substrat sicher berühren würden und ganz vertrocknen. Als Substrat haben sich bei mir Bims und Quarzsand bewährt, die ich von unten her ständig feucht halte. Von oben erzeuge ich durch eine Folienabdeckung eine hohe Luftfeuchtigkeit. Der Quarz ist feuchter, so dass ich dann die Folie weglasse. Beim Bims dauert das bewurzeln meist etwas länger, dafür ist das Substrat bei empfindlichen Pflanzen sicherer.

Das Schneiden von Pflanzen würde ich nur bei sonnigem Wetter durchführen, damit die Scxhnittstelle schnell abtrocknet. Früher habe ich ein Wurzelhormon zum Bewurzeln verwendet und in der früheren Literatur findet man oft den Hinweis, die Schnittstellen mit Kohlenstaub zu desinfizieren. Das habe ich selber noch nicht verwendet.

Meist kann man die Pflanzen schon nach wenigen Wochen in normale Kakteenerde einsetzen und ganz normal weiter pflegen. Bitte den abgeschnittenen Stumpf nicht wegschmeißen, oft treibt er aus den Areolen Kindel, die man wiederum bewurzeln kann (siehe mein Foto von Notocactus leninghausii).

 

Gattung Acanthocephala ("Brasilicactus")
„Bildet kurzröhrige, kleine Blüten mit bestacheltem Ovarium und Frucht. Sie haben nichts mit Notocactus zu tun.“ (Aus: Backeberg 1938).
Gattung Brasiliparodia
"Der Körper ist kugelförmig und weicher wie bei Notocactus. Die Rippen sind sehr zahlreich, wenige Millimeter hoch und kaum eingekerbt. Die Höcker sind rund und Mamillen ähnlich. Die Dornen sind zahlreich, nadelförmig und stechend. Der Mitteldorn ist dunkler und meist stark hakenförmig." (Aus: Ritter 1979)
Gattung Eriocephala ("Eriocactus")
"Während Notocactus in meinem Sinne keinen Wollscheitel bildet, roten Griffel und schlaffe, bei der Reife größtenteils hohl werdende und in die Länge wachsende Früchte hat, zeigt Eriocephala eine volle Beere, einen Wollscheitel, große flattrige Blüten und gelben Griffel bzw. Narben". (Aus: Backeberg 1938)
Gattung Wigginsia ("Malacocarpus")
„Als Salm-Dyck das Genus Malacocarpus aufstellte, bezog er darin nur Pflanzen aus der Formengruppe seines Typus ein, d.h. mit fast zentralständigen, kurzen Blüten; Griffel bzw. Narben rot; Röhre stark bewollt; Ovarium beschuppt, wollig und beborstet; Früchte weich und beerenartig; bei der Reife ± aus dem stets vorhandenen, im Alter zunehmenden Wollscheitel hervortretend. Die Pflanzen sind breitrund, kugelig oder in zwei Fällen auch stärker länglich; gewöhnlich wachsen sie einzeln.“ (Aus: Backeberg 1959)

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