| Notocactus concinnus var. aceguensis Gerloff |
Bedeutung des Namens: concinnus (lat.) = zierlich; aceguensis = nach dem Fundort Acegua
Erstbeschreibung: Gerloff, Norbert (1989): INTERNOTO 10 (4): 99 - 106. Beschreibung:Körper: solitär, gedrückt, 65 mm breit und 28 mm hoch. Epidermis graugrün, glänzend, Furchen heller. In der Kultur werden Wildpflanzen bis 80 mm breit und 42 mm hoch. Scheitel flach, bis 5 mm eingesenkt, ganz bedeckt von jungen Dornen und Areolenfilz. Am Fundort teilweise auch etwas zur Seite geneigt, (Hanglage des Habitats). Der unterirdische Teil der Pflanze ist kegelförmig oder schräg kegelförmig, mindestens ebenso lang wie der Ø junger Pflanzen und verkorkt und ohne Dornen. Die Höcker sind auch auch am unterirdischen Teil des Körpers noch deutlich zu erkennen. Die Hauptwurzel verzweigt sich erst weit unten. Rippen: 17 (14-18), etwas schräg nach unten laufend, bis 10 mm breit und 4 mm tief. Ganz aufgelöst in Höcker, diese breitrund und glänzend. Die Areolen sind 2 bis 3 mm vertieft, liegen nur wenig höher als die Rippenfurche. Die Furche ist deutlich, verläuft in leichter Schlangenlinie um die Höckerverdickungen der Rippen. Areolen: Mittlerer Abstand 6 - 7 mm, freier Abstand um 4 mm. Die Areolen befinden sich im Rippental zwischen den Höckern, breitrundlich, 2 mm hoch und 4 mm breit, weißlich, der Areolfilz ist 1 mm dick. Jährlicher Zuwachs auf einer Rippe meist 4 Areolen. Am Fundort verlieren die Pflanzen durch die Witterungseinflüsse schon im zweiten Jahr die Areolbefilzung, in der Kultur erst nach 4 oder 5 Jahren. Alte Areolen wirken noch breiter. Dornen: alle Dornen von gleicher Farbe, strohgelb, im Alter vergrauend. Einige Exemplare haben eine leicht bernsteinfarbene Spitze der kräftigsten Dornen. Die Dornen sind immer etwas zum Körper gebogen oder auch leicht verdreht Alle Dornen nur im Scheitelbereich etwas abstehend, dünn, biegsam, nicht stechend, am Fuß 0,3 bis 0,5 mm dick. Durch die gleiche Färbung sind die Rand- und Mitteldornen nur schwer voneinander zu trennen. Randdornen um 12, gespreizt, erst strahlend um die Areolen, später mehr zu den beiden Seiten gerichtet. Die kleinsten (2 - 3 mm) oben, die seitlichen (4 - 7 mm ) erreichen die nächste Rippe. Die unteren richten sich später zu den Seiten oder brechen ab. Mitteldornen meist 4, im Kreuz stehend, davon immer der obere am kürzesten und der unterste am längsten (14-18 mm), Mitteldornen nur im Scheitel etwas abstehend. Der dominante, untere Mitteldorn weist später schräg nach unten vom Körper weg.
Frucht: um 13 mm lang (bis 15 mm) und 8 mm breit an der breitesten Stelle. Erst grünlich gelb, dann noch fleischig und weich, nach der Trocknung weißlich werdend, dicht bedeckt mit den trockenen Schuppen, deren Haare und Borsten. Die Frucht reift langsam und reißt ohne Einwirkung selten auf, dann unregelmäßig aufplatzend. Beim Lösen stets ein Rest der Frucht mit Samen an der Areole. Eine Frucht enthält in der Regel um 100 Samen (86-157). Die Pflanzen sind bedingt selbstfertil. Sie machen zwar bei Bestäubung mit eigenen Pollen Samen, aber nicht so viele wie bei Fremdbestäubung. Samen: schwarz, schmal glockenförmig, um 1,1 mm lang, 0,8 - 0,9 mm breit und 0,7 mm dick. Am breitesten am Hilum-Micropyle-Rand. Saum des HMR etwas verbreitert. Hilum als breiter Kegelstumpf ausgebildet. Micropyle kaum erkennbar. Zellen konvex bis hemisphärisch, an 5 oder 6 Nachbarzellen grenzend. Zellgrenzen eingesenkt. Cutikularfaltung fein, dicht und radiär zur Mitte der Zelloberfläche angeordnet. Habitat: im brasilianischen Staat Rio Grande do Sul, rund um die Grenzstadt Acegua, aber noch auf brasilianischem Gebiet. Die Pflanzen wachsen dort zwischen größeren Felsbrocken in den Humusnischen an der Uferböschung eines kleinen Baches. Im weiteren Umkreis wurde kein anderer Notokaktus gefunden. Da die Pflanzen nur wenig aus dem Boden ragen, sind sie teilweise mit trockenem Gras oder Laub bedeckt. Übermannshohe Sträucher geben Schatten. Literatur:
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